Freitag, 07. Mai 2021

Pizza-Automat mit Südtiroler Beteiligung sorgt für Aufsehen in Rom

Die italienischen Pizzerien, die nach den Restriktionen der vergangenen Monate wieder im Freien Kunden bedienen dürfen, bekommen Konkurrenz. Ein Start-up hat auf Roms Piazza Bologna einen Pizza-Automaten aufgestellt, der in gerade einmal 3 Minuten frische Pizza backen soll – und das 24 Stunden am Tag. Doch nicht alle freuen sich.

Die Pizza aus dem Automaten spaltet in Italien die Gemüter.
Die Pizza aus dem Automaten spaltet in Italien die Gemüter. - Foto: © Shutterstock / shutterstock
Der Pizza-Automat sorgt für Aufruhr. In 3 Minuten fertigt er frische Pizza, wählen kann man zwischen 4 Sorten: „Margherita“, „Diavola“ mit Salami, „Pancetta“ und „Quattro Formaggi“.

In der vollautomatischen Maschine wird zunächst Mehl mit Wasser vermischt, der Teig wird gepresst, bis er zu einer Scheibe wir. Danach werden Tomatensoße und die Beläge, verteilt. Die Preise variieren zwischen 4,50 Euro und 6 Euro. Man gibt dafür Münzgeld oder Geldscheine ein. Die Maschine knetet und belegt den Teig und die Kunden können hinter einem kleinen Glasfenster beim Backen der Pizza zusehen.

Die Technologie, auf die sich „Mr. Go Pizza“ stützt, ist auf ein internationales Start-up-Unternehmen zurückzuführen, das im Food-Tech-Bereich tätig ist und den Automaten unter der Marke „Let's Pizza“ patentiert hat. An dem Projekt ist auch das Unternehmen „Cibolabs“ aus Bozen beteiligt, das Prototypen und intelligenten Systemen für die Fertigung und den Vertrieb von hochqualitativen Lebensmitteln entwickelt.

Pizza aus dem Automaten spaltet die Gemüter

Die Bewertungen der Kunden über die Pizza aus dem Automaten, dem ersten, der italienweit aufgestellt wurde, reichen auf Facebook von „akzeptabel, wenn man es eilig hat“ bis hin zu blankem Entsetzen. Viele Kunden beklagen die kleine Dimension der Pizza für den Preis. „Der Pizza-Imbiss an der Ecke ist konkurrenzfähiger“, kommentierte ein römischer Student, der die Pizza aus der Maschine testete.

Die Pizza aus dem Automaten ist ein rotes Tuch vor Augen der neapolitanischen Pizzabäcker, die seit Jahren um die Bewahrung der langen Tradition der Pizza-Hersteller kämpfen. In der Heimat der „Pizza Margherita“ wird die Angelegenheit durchaus ernst genommen. Die Pizzabäcker meinen jedoch, dass der Pizza-Automat keine Zukunft in Italien haben wird.

Auch in Südtiroler gibt es inzwischen vielerorts Pizza auf Knopfdruck. Bereits im Jahr 2017 haben 2 Pusterer einen eigenen Pizza-Automaten entwickelt – und hatten damit großen Erfolg. Ein Interview mit den beiden Erfindern David Simonetti und Michael Kammerer lesen Sie hier.



Die Pizza, weltweites Markenzeichen der italienischen Küche und ein Stück nationaler Identität, ist auch ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft im Land. In 127.000 Lokalen in Italien wird Pizza verkauft. Vor der Pandemie wurden in dem Land täglich8 Millionen Pizzen konsumiert.

Die größten Pizza-Fans der Welt sind die US-Amerikaner, die jährlich 13 Kilogramm Pizza pro Person konsumieren. Die Italiener besetzen Platz 2 im internationalen Ranking mit einem durchschnittlichen Jahreskonsum von 7,6 Kilo pro Kopf, geht aus einem Bericht des Landwirtschaftsverbands Coldiretti hervor. Die Österreicher sind Europas Schlusslicht mit einem Jahreskonsum von 3,3 Kilo Pizza pro Kopf.

apa/stol

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