Samstag, 31. August 2019

Post von der Queen: Seit 25 Jahren als Ehren-Bobby unterwegs

In Trier geht ein britischer Polizist als Ehren-Bobby „auf Streife“.

Seit 25 Jahren ist Johannes Schneider als Ehren-Bobby in Trier unterwegs.
Seit 25 Jahren ist Johannes Schneider als Ehren-Bobby in Trier unterwegs. - Foto: © APA/DPA

Seit 25 Jahren ist Johannes Schneider für die Städtepartnerschaft Triers mit der Stadt Gloucester im Südwesten Englands unterwegs. Das Größte: Zum Jubiläum hat der gebürtige Eifeler Glückwunschschreiben von der britischen Königin Elizabeth II. und von Prinz Charles bekommen. „Das war schon toll“, sagt Schneider.

Im Herzen ein Engländer

Seines Wissens nach sei er der einzige ehrenamtliche Bobby in Deutschland. Regelmäßig schlüpft der 56-Jährige in seine Uniform aus viktorianischer Zeit, setzt seinen Helm mit altem königlichem Wappen auf und zieht sich die weißen Handschuhe an. Er verteilt Prospekte und tauscht sich mit Passanten aus.

„Im Herzen bin ich Engländer.“ An sein erstes Jahr als Ehren-Bobby erinnert er sich gar nicht mehr gerne. Da habe er etliche Hürden überwinden müssen: Unter anderem sei er wegen unbefugten Tragens von Uniformen und Amtsmissbrauchs angezeigt worden. „Aber das war dann irgendwann alles erledigt.“

Auch als politischer Botschafter unterwegs

Seit ein paar Monaten ist Schneider mit einem persönlichen Sonderauftrag unterwegs: Mit einem „Stop Brexit“-Schild an einer Tasche seines Polizeifahrrads wirbt er für den Verbleib Großbritanniens in der EU. „Es wird sonst nur Probleme geben“. Es gebe viele Briten, die gegen den Brexit seien. „Es muss ein zweites Referendum geben.“

Der Bobby gilt rund um den Globus als Aushängeschild für alles Britische. Aus England habe er viel Unterstützung bekommen: Ein „echter“ Bobby habe ihm Anziehsachen und den Helm nach Trier gebracht, andere hätten Pakete geschickt mit Dingen, die zu seinem Outfit passten, wie 150 Jahre alte Handschellen oder eine silberne Pfeife.

Was sein größter Wunsch wäre? „Ich würde gerne mal bei einer Parade in London in Gedenken an die alte Zeit mitlaufen.“ Oder: „Den Prinz of Wales mal treffen.“

dpa

stol