Montag, 24. August 2020

Raiffeisen-Jungbergbauernpreis geht nach Laurein

Der Raiffeisen-Jungbergbauernpreis wird jährlich an eine junge Bergbauernfamilie in Südtirol verliehen, die ihren Hof vorbildlich bewirtschaftet. Dieses Jahr geht er an Fabian Egger und seine Familie vom Mesnerhof in Laurein. Bei der Mitgliederversammlung der Südtiroler Bauernjugend (SBJ) am Sonntag, konnte die junge Familie den Preis entgegennehmen.

Mit dem Raiffeisen-Jungbergbauernpreis ausgezeichnet: Fabian Egger mit Sohn Jonas und Daniela Kuen mit Tochter Nathalie.
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Mit dem Raiffeisen-Jungbergbauernpreis ausgezeichnet: Fabian Egger mit Sohn Jonas und Daniela Kuen mit Tochter Nathalie. - Foto: © SBJ
Nicht die Bedürftigkeit einer Familie, sondern der Einsatz für die Landwirtschaft ist ausschlaggebend für die Verleihung des Raiffeisen-Jungbergbauernpreises. In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Familie Egger vom Mesnerhof in Laurein. Der Preis wird vom Raiffeisenverband bereitgestellt und ist heuer zum ersten Mal auf 10.000 Euro dotiert – bisher waren es 8000 Euro.

Viehwirtschaft auf 1000 Metern Meereshöhe

Fabian Egger und Daniela Kuen bewirtschaften zusammen den Mesnerhof. Der Betrieb liegt in Laurein auf 1000 Metern Meereshöhe, circa 1,5 Kilometer vom Ortskern entfernt. Die 101 Erschwernispunkte zeugen davon, wie hart die Arbeit ist. Zum Hof gehören 8 Hektar Wiesen, 400 Quadratmeter Acker, 27 Hektar Wald und ein halber Hektar Weide. 13 Kühe und 6 Kälber der Rasse Fleckvieh genießen aktuell ihr Leben auf dem Hof. Eine große Erleichterung stellt die neu eingebaute Absauganlage im Stall dar. Außerdem besitzt die Familie verschiedene Kleintiere wie Ziegen, Schweine, Hühner, Hasen, Katzen und einen Hund.


Tourismus als Nebenerwerb

Mit neuen Ideen setzen Egger und seine Familie alles daran, dem Mesnerhof eine Zukunft zu geben. Im Wohnhaus werden 3 Ferienwohnungen erbaut, um den Tourismus als Nebenerwerb zu nutzen. Fruchtaufstriche, Säfte, Butter und Eier werden den Hausgästen direkt ab Hof angeboten. Um auch das Grünland aufzuwerten hat Egger 2 Wiesenwege planiert und einen Teil der Wiesen mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet. Trotz der vielen Arbeit am Hof muss Egger auswärts als Maurer arbeiten.

2 Betriebe zusammengeschlossen

2009, mit gerade mal 19 Jahren, übernimmt Egger zuerst den einen, dann den anderen Hof seiner Onkel. Er schließt die beiden Höfe zu einem Betrieb zusammen. Eigentlich ist er gelernter Maurergeselle. Im Anschluss an diese erste Ausbildung beginnt Egger eine landwirtschaftliche Schule. Diese bricht er jedoch ab, um den beiden Onkeln bei der Arbeit auf den Höfen unter die Arme zu greifen.

Eine gemeinsame Aufgabe

Inzwischen ist Egger 30 Jahre alt, genauso wie seine Frau Daniela Kuen. Die beiden sind seit 2012 ein Paar. 2017 haben sie sich dazu entschieden, ihren Lebensweg auch weiterhin gemeinsam zu gestalten und haben geheiratet. Im selben Jahr konnte das Paar auch in das neu erbaute Wohnhaus einziehen. Ein Jahr später erblickt Söhnchen Jonas das Licht der Welt. Seit letztem Sommer zählt auch seine kleine Schwester Nathalie zur Familie. Daniela Kuen besuchte nach der Grund- und Mittelschule die Oberschule „Lewit“ in Meran, welche sie erfolgreich abschloss. Anschließend arbeitete sie in einer Arztpraxis in Meran, bis sie auf den Hof kam. Sie kümmert sich neben den Kindern besonders um die Gäste – eine Aufgabe, die ihr Spaß macht.

Egger und Kuen engagieren sich beide ehrenamtlich im Dorf. Fabian Egger ist Mitglied bei der Südtiroler Bauernjugend und zudem im Bauernbund-Ortsausschuss tätig. Daniela bringt sich bei den Bäuerinnen aktiv ins Dorfleben ein. Fabian ist auch Schätzer des Viehversicherungsvereins, Ausschussmitglied im Bodenverbesserungskonsortium sowie der ehemalige Obmann-Stellvertreter der Sennerei Rumo.

Schwierigen Bedingungen trotzen

„Egger und seine Familie stehen für Mut, Fleiß und Sauberkeit“, erklärt Petra Unterholzner, die Bezirksleiterin des Bezirks Meran, bei der Laudatio. „Sie sind ein leuchtendes Beispiel für viele junge bäuerliche Familien, die tagtäglich der Landwirtschaft eine Zukunft geben.“
Es ist beeindruckend, unter welch schwierigen Bedingungen und doch mit wie viel Freude und Zuversicht junge Menschen ihren Hof bewirtschaften. Familie Egger soll ein Vorbild sein und eine Möglichkeit aufzeigen, wie Bergbauernhöfe zukunftsorientiert und wirtschaftlich attraktiv bewirtschaftet werden können.

Die Verleihung des Raiffeisen-Bergbauernpreises ist Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für viele junge Bergbauernfamilien in Südtirol – denn sie halten das Berggebiet und somit Südtirol lebendig.

stol