Eine Drehung, ein Feuerwerk, ein Schal: Nach drei Sekunden ist Arturo ein anderer. Premiere ist am 21. Dezember im Museumsquartier.Seine wundersame Kunst erarbeitete sich Brachetti schon als Jugendlicher in Italien. Sein Vater habe ihn mit elf Jahren in eine Klosterschule gesteckt, „weil ich furchtbar schlecht in Fußball war – das ist in Italien natürlich ganz schlimm“. Einer der Patres brachte ihn mit der Zauberei in Kontakt und zeigte ihm erste Tricks. „Schließlich bin ich auf die Idee gekommen, schnell in verschiedene Charaktere zu schlüpfen.“ Heute steht er mit seiner Verwandlungskunst im Guinness Buch der Rekorde. Auch mit Wien machte er bald Bekanntschaft: Andre Heller engagierte ihn 1981 für die Hauptrolle in seinem Variete „Flic Flac“.Im privaten Leben ist Arturo leger in Lederjacke und Jeans gekleidet – und trägt die Haare als schmalen Spitz über der Stirn. „Ich bin leider nur auf der Bühne so schnell“, antwortet er auf die Frage, wie lang er in der Früh zum Anziehen brauche. Privat anwenden kann er seine Kunst dennoch immer wieder. „Manchmal verkleide ich mich als Priester oder als Rockstar, nur aus Spaß für meine Freunde.“ In Italien und Frankreich, wo er schon lange ein Fixstern am Showhimmel ist, versteckt er sich etwa beim Theaterbesuch gern hinter einem Lehrerkostüm. Und in Italien hat er das perfekte Rezept, um Verkehrsstrafen zu entgehen: „Als Priester verkleidet kann man sich in Italien alles erlauben – die Carabinieri lassen dich sogar über eine rote Ampel fahren.“ Wie er die Wiener Straßen unsicher machen werde? „Ich komme im Winter – da bin ich mit meinem Zylinder und schwarzen Anzug sicher eine imposante Figur. Vielleicht aber auch als Jack the Ripper.“Auf der Bühne wird man Brachetti jedenfalls als altbekannte Figuren aus der Filmgeschichte erleben: Von „Frankenstein“ bis Rhett Butler aus „Vom Winde verweht“, von James Bond bis Jack Sparrow, von Quasimodo bis E.T. leben die Leinwandhelden in Sekundenschnelle auf – manchmal auch mehrere gleichzeitig. Surreale Szenen würdigen Federico Fellini, mit chinesischen Schattenspielen führt Arturo in eine poetische Traumwelt. Aber nur ganz schnell.apa