Mit 37,5 Grad Celsius war der Juni in Südtirol ein Rekordmonat. Anfang Juli stellte sich das Wetter um, die Temperaturen gingen immer weiter zurück. „Durch den Klimawandel sind wir mittlerweile ganz andere Sommer gewöhnt“, sagt Landesmeteorologe Dieter Peterlin. Das sei der kühlste Juli seit elf Jahren, „der letzte noch kältere Juli war jener von 2014“. <BR /><BR />Ganz anders wäre es in den 1950er-, 1960er- oder 1970er-Jahren gewesen:„Damals wären solche Temperaturen, wie wir sie heuer im Juli haben, überdurchschnittlich hoch gewesen“, weiß der Experte. So wird dieser Monat aber insgesamt um etwa einen halben Grad kühler als im langjährigen Durchschnitt der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 in die Wettergeschichte eingehen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1195338_image" /></div> Bei den Niederschlägen hingegen zeigt sich ein differenzierteres Bild mit einem Nord-Süd-Gefälle. „Während es im Raum Bozen sogar etwas weniger geregnet hat als im Durchschnitt, gab es weiter im Norden deutlich mehr Gewitter und damit deutlich mehr Regen“, sagt Peterlin. <BR /><BR />Die „Schuld“ dafür, dass dieser Sommermonat nicht nur sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist, trägt eine Nordströmung, die dafür sorgte, dass kühle Luft vom Atlantik nach Südtirol kam. Davor hatte eine Südströmung das genaue Gegenteil bewirkt und heiße Luft ins Land gebracht. <h3> Außergewöhnliche Hitze in Skandinavien</h3>Hat der Klimawandel also gar nicht so erhebliche Auswirkungen? „Klimawandel bedeutet nicht, dass jeder einzelne Tag kontinuierlich wärmer wird“, stellt Dieter Peterlin klar. Ab und zu gibt es kühlere Phasen. Trotzdem steigen die Temperaturen an. „Dadurch, dass der Juni so heiß war, wird auch der heurige Sommer ein überdurchschnittlich warmer bleiben“, sagt er. <BR /><BR />Während man sich hierzulande beinahe schon wie im Herbst fühlte, ächzen anderswo die Menschen unter der Hitze. In Nordeuropa verzeichnet man Rekordwerte. Tagelang betrugen die Temperaturen in Skandinavien über 30 Grad Celsius, außergewöhnlich für diese Region. Auch im Mittelmeerraum wurde ein neuer Hitzerekord gemeldet: In der türkischen Stadt Silopi kletterte das Thermometer am vergangenen Freitag auf bis zu 50,5 Grad Celsius – die höchste jemals in dem Land registrierte Temperatur. <h3> Ein Ausblick: Der Sommer ist zurück </h3>Auch nach Südtirol kehrt der Sommer zurück. Bereits gestern war es sonnig, die Temperaturen erreichten bis zu 28 Grad Celsius. „In den nächsten Tagen bleibt es so warm mit fast 30 Grad Celsius“, bestätigt der Meteorologe des Landes. Hitzewellen seien derzeit keine in Sicht. Das kann sich aber noch durchaus ändern, denn der Sommer endet aus meteorologischer Sicht erst am 31. August.