Mittwoch, 29. April 2015

Retten statt reisen: Südtirolerin hilft in Nepal

Eigentlich sollte es nur eine Station ihrer Weltreise sein, doch dann kam alles anders: Mirjam Santa und Marian Fuchs haben nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal kurzerhand die Rucksäcke gegen Verbandszeug eingetauscht.

Mirjam Santa und Marian Fuchs - Foto: Mirjam Santa/Blog
Mirjam Santa und Marian Fuchs - Foto: Mirjam Santa/Blog

Erst im vergangenen September war die Eppanerin Mirjam Santa gemeinsam mit ihrem Freund aus Nordtirol, Marian Fuchs, nach dem Abschluss ihres Studiums in Innsbruck zu einer Weltreise aufgebrochen.

Reisen, bis das Geld ausgeht: So der ursprüngliche Plan. Mosambik, Südafrika und Indien hatten die beiden Krankenpfleger bereits abgehakt, das nächste Ziel: Nepal.

Sie waren bereits seit einigen Wochen im Land, als am Samstag die Erde begann, zu zittern. Das Erdbeben, das den Wert von 7,9 auf der 10-stufigen Richterskala erreicht hatte, hat weite Teile des Landes komplett verwüstet.

Mirjam und Marian befanden sich in einem Bus, als ringsherum Häuser begannen, in sich zusammenzubrechen. 

Die derzeitige Bilanz des Erdbebens: Über 5000 Tote, mehr als 10.000 Menschen sind verletzt. Jede helfende Hand wird gebraucht.

Statt Planen der nächsten Reise: Aufbau eines Erste-Hilfe-Spitals

Die beiden jungen Krankenpfleger, die sich eigentlich um Bedürftige in Kalkutta kümmern wollten, ließen sich nicht zweimal bitten: Auf ihrem Blog erzählt Mirjam von ihrem Einsatz in dem Land, wo Hilfe derzeit am meisten gebraucht wird.

Der relativ kleine Flughafen von Kathmandu sei überfordert mit der Masse an medizinischen Versorgungen und Rettungsteams, die das Land erreichen wollen: Unicef, WHO, Rotes Kreuz, alle seien dort, um zu helfen.

"Wir haben zwei australische Doktoren und zwei weitere Sanitäter gefunden, mit denen wir gemeinsam mit Übersetzern in ein kleines Dorf reisen, um ein Erste-Hilfe-Hospiz aufzubauen, wenn man es denn so nennen kann", schreibt die 24-Jährige aus St. Michael.

"Wir sind nur Touristen, aber wir geben unser Bestes."

 

Gemeinsam mit den beiden Doktoren aus Australien (im Bild) wollen Mirjam und Marian das Hospiz aufbauen. - Foto: Mirjam Santa/Blog

 

"Es könnten uns fünf Verletzte erwarten oder 50, oder vielleicht noch mehr"

Die Organisation des Hospizes "mimi fox hong Tan" sei sehr kompliziert gewesen, niemand habe genau gewusst, was zu tun sei. "Aber jetzt haben wir Medizin, etwas Essen, Wasser, Unterkünfte, Transportmöglichkeiten... wenigstens so viel, wie wir beschaffen konnten, und das ist beängstigend wenig."

Weitere Teams sollen zu den freiwilligen Helfern stoßen. "Wir wissen nicht, wie schlimm die Situation ist, wie viele Verletzte uns dort erwarten. Es könnten fünf sein oder auch 50 oder noch mehr."

Abschließend bittet Mirjam vor allem um moralische Unterstützung: "Betet für uns, für das nepalesische Land und dafür, dass wir etwas Positives bewirken können. Ich bete dafür."

Geben die Hoffnung nicht auf: Marian und Mirjam - Foto: Mirjam Santa/Blog

 

liz

stol