Es handelt sich zwar weitestgehend um eine Nische, die Roland Furgler bei der Raiffeisenkasse betreut, allerdings befindet sich diese Nische im starken Aufwind. <BR /><BR />In wenigen Worten geht es darum, Spargeld für zweckgebundene Kreditprojekte zu sammeln, wobei der Geldgeber genau erfährt, wem sein Erspartes tatsächlich zugutekommt. Unterstützt werden damit Betriebe und Projekte in Südtirol, die nach ökosozialen Prinzipien handeln, so etwa Biobauern, Sozialgenossenschaften, aber auch Handwerker oder Initiativen zur energetischen Sanierung. <BR /><BR />„Dem Nutzen einer Geldanlage gilt das Hauptaugenmerk, nicht der maximalen Rendite“, umreißt Furgler das Konzept. Der Sparer gibt sich folglich mit einer gemäßigten Rendite zufrieden, die Bank verzichtet auf den üblichen „Spread“-Satz und so können diese Sonderkredite gewährt werden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="978928_image" /></div> <BR />Derzeit betreut Furgler 400 derartige Kredite. „Das Gesamtvolumen an Spargeld beträgt momentan rund 30 Millionen Euro, davon sind 80 Prozent als Kredite gebunden“, skizziert der Bozner Bankfachmann die Fakten. Eine Besonderheit ist die Transparenz: Laufend werden Beispiele mitsamt Namen und Kredithöhe veröffentlicht, außerdem wird in YouTube-Filmen gezeigt, wozu das Geld verwendet wird. <BR /><BR />Ethische Aspekte und Nachhaltigkeitskriterien kommen im Finanzbereich immer stärker zum Tragen: Einerseits durch die europäischen ESG-Richtlinien (dt.: Umwelt, Soziales, Unternehmensführung), andererseits, weil immer mehr Menschen ihr Erspartes nach ethischen Gesichtspunkten anlegen wollen. <h3> Vereinsaktivitäten in Gries</h3>Als Mann mit klaren Überzeugungen erweist sich Roland Furgler auch abseits seiner unkonventionellen Banktätigkeit. Seit 2017 ist er Obmann der Bürgerkapelle Gries, dabei ist ihm sowohl das hohe musikalische Niveau als auch der gelebte Zusammenhalt innerhalb des Vereins wichtig.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="978931_image" /></div> <BR /> „Wir realisieren immer wieder genreübergreifende Projekte, was uns zu Höchstleistungen antreibt und von den Zuschauern honoriert wird“, erklärt er und führt dabei die Co-Produktion „Blasmusikpop“ mit den Vereinigten Bühnen Bozen (VBB) ins Feld. Furgler selbst hat zunächst Klarinette gelernt, interessierte sich in der Folge mehr für's Schlagzeug und ist mittlerweile bei den Pauken hängen geblieben. Seine Frau ist Musiklehrerin, auch die beiden Kinder musizieren. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="978934_image" /></div> <BR />Allerdings sieht er seine Talente eher in einem anderen Metier: als Theaterspieler. „Das habe ich von meiner Mutter Elda Maffei Furgler geerbt, sie war eine der bekanntesten Volksschauspielerinnen im Lande“, meint er. Und so ist Furgler auch seit vielen Jahren mit Herzblut beim Grieser Theaterverein dabei, zusammen mit Hansjörg Buratti und Ulrich Kössler hat er diesen 1996 sogar neu gegründet. Von seinem Vater Gottfried Furgler hat er hingegen die Begeisterung für die Blasmusik mitbekommen, dieser war 21 Jahre lang Obmann des Verbandes Südtiroler Musikkapellen (VSM). <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="978937_image" /></div> <h3> „Letztlich ist man ein Gewinner“</h3>Erweisen sich all diese Vereinstätigkeiten nicht auch ab und zu als Belastung? Dazu hat Furgler eine klare Meinung: „Es mag zwar oft zeitintensiv sein, aber man bekommt in den Vereinen dermaßen viel zurück, dass man letztlich nur als Gewinner dasteht.“ <BR /><BR />Man lerne so viele verschiedenartige Menschen kennen, bekomme Einsichten in andere Realitäten und all das bereichere enorm. Gelebte Zusammengehörigkeit im Verein sei heute wertvoller denn je. Und so verwundert es nicht, dass sein Engagement in den Vereinen sogar auf die beruflichen Projekte ausstrahlt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="978940_image" /></div> <BR />So gibt es bei der Raiffeisenkasse Bozen in Form von sogenannten Sozialtagen sogar die Möglichkeit, bei Projektpartnern mitzuhelfen, etwa im Hotel Masatsch oder beim Vinzimarkt in Bozen. Begegnungen entstehen, Wertschätzung wird zuteil. Auch wenn der finanzielle Aspekt dabei mal in den Hintergrund rückt – letztlich entpuppt sich ein derartiger Austausch genauso wie im Falle der ethischen Finanzierungsmodelle als die eigentliche Bereicherung. <BR /><BR /><embed id="dtext86-62734242_listbox" />