In seiner Auslage glänzen Tausende Euro in Form von Luxusuhren – halt gebraucht. Erhart war vorher Juwelier. „Es war nicht einfach, Uhren an den Mann oder an die Frau zu bringen. Jetzt allerdings beobachte ich, dass die Auslage gezielt angesteuert wird – von Einheimischen wie Touristen. Vorher war es der Metzger nebenan“, sagt Erhart und lacht. <BR /><BR />Einzelne Stücke kosten rund 1.000 Euro, der Preis nach oben ist offen. Seine gebrauchten Uhren kauft er nur von Privatpersonen. „Die melden sich bei mir. Darunter auch viele Meraner, die zu mir kommen, um ihre Uhren anzubieten. Der Großteil hat gutes Zeug“, sagt Erhart. Auch Gäste hätten das Secondhand-Geschäft für sich entdeckt: „Nächstes Mal komme ich wieder und bringe meine Uhr mit.“ Man kann bei ihm seine Uhr verkaufen, tauschen oder einfach eine gebrauchte „Neue“ kaufen.<h3> „Wo viel Geld ist, gibt es auch viel Betrug“</h3>Wenn ihm jemand eine Uhr zum Verkauf bringt, dann schaue er sich Verkäufer und Uhr genau an. „Mein Partner in München, der der Besitzer von ,World of Time Meran‘ ist, betreibt dieses Geschäft schon seit Jahren im großen Stil. Er steht mir vor allem beim Ankauf mit Rat und Tat zur Seite. Denn, wo viel Geld ist, gibt es auch viel Betrug“, sagt Erhart.<BR /><BR />Die Leute, die in seinen Laden kommen, kennen sich mit dem Objekt der Begierde bereits gut aus. Niemand wundere sich über die meist hohen Preise. Uhrenliebhaber gebe es viele. „Ich kenne Sammler, die haben zehn Rolex daheim. Man hat gar keine Ahnung, wie viele Leute mit Geld in Meran unterwegs sind – auch viele Touristen. Das sind aber keine ,Protzer‘, sondern angenehme, redselige Menschen“, sagt er. Von diesen lerne er immer wieder viel dazu. <h3> „Viele Modelle kann man nicht einfach so kaufen“</h3>Derzeit am gefragtesten seien Rolex-Uhren. „Gefragt ist immer das, was viele Leute haben oder in den sozialen Medien zu sehen ist. Rieseninteresse gibt es für die Rolex GMT und die Daytona aus Stahl mit einem Listenpreis von rund 12.000 bzw. 16.000 Euro. Bei diesen beliebten Modellen ist es beispielsweise so, dass ich nicht einfach zum Rolex-Verkäufer gehen kann, um diese zu kaufen, sondern ich komme auf eine Warteliste und muss oft Monate warten, um dieses Exemplar zu erwerben. Am Gebrauchtmarkt finde ich manchmal die gewünschte Uhr – jedoch mit einem Aufpreis. Anders ist es beispielsweise bei einer goldenen Damen-Rolex. Diese bekommt man am Gebrauchtmarkt auch bis zu 60 Prozent unter dem Listenpreis“, weiß der Fachmann.<BR /><BR />Wie kam er zum Uhren-Handel? „Uhren sind schon seit jungen Jahren meine große Leidenschaft. Ich finde eine Uhr nicht nur schön, sondern auch die Komplexität und die verschiedenen Materialien faszinieren mich. Ich hatte großes Glück, mein Hobby zum Beruf zu machen.“