Mittwoch, 15. Dezember 2021

Rosmarie Pamer: Die Bürgermeisterin

Frauen halten es in der Regel in der Politik nicht lange aus: Im Schnitt nicht länger als 2 Amtszeiten, dann verlassen sie das politische Parkett wieder. Zu männerlastig das System, zu schwierig die Vereinbarkeit, zu groß die Widerstände. So gesehen ist Rosmarie Pamer ein Sonderfall. Seit 1995 sitzt die Psairer Biologin ununterbrochen im Rathaus ihrer Heimatgemeinde.

Seit 11 Jahren ist Rosmarie Pamer Bürgermeisterin von St. Martin.
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Seit 11 Jahren ist Rosmarie Pamer Bürgermeisterin von St. Martin. - Foto: © Rosario Multari
„Eine gestandene Frau, eine Macherin“ ist das erste, das einem durch den Kopf geht, wenn man Rosmarie Pamer hinter ihrem großen Schreibtisch im Rathaus von St. Martin in Passeier sitzen sieht.

Das Büro der Bürgermeisterin ist eine gemütliche Zirbenstube mit hellen Leinenvorhängen und einem Besprechungstisch mit Eckbank. Die Holztäfelung war eine Idee ihres Vorgängers, die die Nachfolgerin genauso schätzt. „Es ist sehr angenehm, hier zu arbeiten“, sagt die 50-Jährige und legt gleich los. Sie spricht über ihre Arbeit als Verwalterin, über das, was in den vergangenen 11 Jahren in St. Martin umgesetzt wurde.

Die große Bibliothek samt geschützter Werkstatt, das Dorfhaus und nun das neue Sportzentrum. Dabei geht es ihr weniger um die baulichen Eingriffe und Veränderungen, sondern vielmehr um die Ideen, die damit umgesetzt wurden. Ein Dorf brauche keine Paläste mit exorbitanten Folgekosten, sondern Orte der Begegnung, wo alle Generationen und alle Bereiche des öffentlichen Lebens ihren Platz finden. Jung und Alt, Kultur und Soziales nebeneinander und miteinander – nur so lasse sich ein Dorf nachhaltig beleben.

Ob ihr Pragmatismus typisch weiblich sei, kann Rosmarie Pamer nicht sagen. Vielen Frauen sei gutes Haushalten ein Anliegen – „das schon“, sagt die Bürgermeisterin, deren Verwaltung im April 2022 die Schulden von St. Martin tilgen wird. Eine schuldenfreie Gemeinde sei ein wichtiges Vermächtnis, eine solide Basis für die künftigen Generationen.

In der Ausgabe vom 15. Dezember veröffentlicht die Zeitschrift „Die Südtiroler Frau“ ein Porträt von Rosmarie Pamer.

Weitere Themen im Heft: die Weihnachtswünsche von Bischof Ivo Muser; ein Interview mit Landesrat Thomas Widmann; Schminktipps von Maskenbildnerin Katharina Pöder; Styling-Ideen für ein festliches Outfit von Stil- und Farbberaterin Michaela Moser.

stol