„Das widersprach meiner konservativ-ästhetischen Vorstellung“, sagt der Student, der seit seinem Sturz als „Wetten, dass..?“-Kandidat Ende 2010 vom Hals abwärts gelähmt ist. Am Donnerstag hat er einen wichtigen Schritt zum Abschluss eines renommieren Schauspiel-Studiums in Hannover getan.Vor rund 100 Zuschauern, darunter Theaterchefs, Filmproduzenten, Familie und Freunde präsentierte der 26-Jährige ein bewegendes Programm: Er ist unter anderem der Todkranke, der aus der Klinik ausgebüxt ist, ein antiker Despot und ein ehemaliger Affe, der von seiner Menschwerdung berichtet – im Rollstuhl, liegend auf einer Art Seziertisch oder im speziell angefertigten Bewegungsanzug.Nach dem Monolog des Ex-Affen aus Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie“ springen die Zuschauer aus ihren Sitzen und applaudieren minutenlang.Samuel Koch ist in einem Bewegungsanzug an seinen Studienkollegen Robert Lang festgebunden. Mit der Hilfe seines Freundes kann er Arme und Beine wieder bewegen.Spürbar ist an diesem Abend der Zusammenhalt an der Schauspielschule, die aus 500 bis 600 Bewerbern jährlich nur 10 auswählt. „Früher wollten alle meinen Körper, auch beim Vorsprechen war mein Körper mein Kapital“, erzählt der ehemalige Leistungsturner nach der Vorstellung. Doch mittlerweile habe er das feine, filigrane Spiel für sich entdeckt.apa/dpa