<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Egal, ob auf Konzert- oder Theaterbühnen, bei Präsentationen, Meetings oder Gesprächen im Beruf, in der Freizeit, beim Sport oder im ganz normalen Alltag: Sich zu zeigen, ist für viele Menschen eine Herausforderung. Auf einmal spielt der Körper verrückt und nichts funktioniert mehr, wie es soll. <BR /><BR />Es ist so, als müssten wir die Kontrolle über die Situation aus der Hand geben und dabei zusehen, wie eine unsichtbare, dafür aber umso mächtigere Kraft uns steuert. Und das, obwohl rational betrachtet absolut kein Grund zur Panik besteht. Was hat es mit diesem Lampenfieber also auf sich? Wo kommt es her? Und vor allem: Wie können wir es in den Griff bekommen? Mit diesen Fragen werden wir uns im April beschäftigen. <BR /><BR />Ein erschreckender Fakt gleich vorneweg: Wer übertriebenes Lampenfieber oder Auftrittsangst spürt, kämpft ums blanke Überleben. Klingt krass, ist aber tatsächlich so. Das beklemmende oder betäubende Gefühl, das in solchen Momenten auftritt und dafür sorgt, dass wir nicht mehr Herr unserer Sinne sind, ist das Ergebnis einer Stressreaktion, die binnen weniger Sekunden unseren gesamten Körper vereinnahmt. Auslöser dafür ist die Tatsache, dass unser Gehirn die Situation, in der wir uns gerade befinden, als Gefahr eingestuft und deshalb in den Alarmmodus geschaltet hat. Nun ist es so, als stünden wir einem Säbelzahntiger gegenüber. Es gibt nur noch Kampf oder Flucht. Oder eben: Augen zu und durch!<h3>Das Nervensystem übernimmt</h3>Die Kontrolle wird in dem Moment an das autonome Nervensystem abgegeben – genauer gesagt an den Sympathikus, jenen Teil, der für kurzzeitige Leistungsbereitschaft verantwortlich ist. Dieser bewirkt, dass all jene Körperfunktionen, die dem Überleben dienen, blitzschnell hochgefahren werden: Der Herzschlag wird schneller, der Atem flacher, die Energie fließt in die Extremitäten, sodass Arme und Beine zu zittern beginnen. Gleichzeitig tritt der Parasympathikus, der Gegenpart des Sympathikus, in den Hintergrund – und mit ihm all jene Prozesse, welche in Gefahrensituationen nicht unmittelbar vonnöten sind: die Verdauung (ein Grund, warum viele Menschen unter Stress über Bauchschmerzen klagen) oder auch das logische und kreative Denken. <BR /><BR />Wenn Sie also auch schon einmal versucht haben, sich vor einem Auftritt oder einem wichtigen Gespräch zu beruhigen und nahezu zeitgleich feststellen mussten, dass Ihr gutes Zureden keine Wirkung zeigt, ist das die Erklärung dafür. In einer akuten Stresssituation ist der Körper gar nicht imstande, auf einen rationalen Impuls zu reagieren. Um den Alarm auszuschalten, dürfen wir vielmehr ein Sicherheitssignal direkt an unser Nervensystem senden. Wie das gelingen kann, sehen wir uns in der nächsten Woche etwas genauer an. <h3> Zur Person</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.