<b>Von Martina Hofer</b><BR /><BR />Ein Fernseher mit mindestens 100 Zoll Diagonale und eine gemütliche Couch – Dominik Fischnaller hat schon klare Vorstellungen, wie er hier in der Ecke einmal entspannen und Netflix-Actionfilme gucken will. Doch noch ist sein Wohnzimmer im Obergeschoss eines modernen Neubaus in Meransen eine Baustelle. „Bis Herbst sollte es aber fertig sein“, hofft der Kunstbahnrodler. Schließlich braucht er spätestens dann eine Schwelle, über die er seine Braut tragen kann. Der 31-jährige Profisportler plant nämlich, noch in diesem Jahr seine Langzeitliebe Emily Sweeney, ebenfalls 31, aus Lake Placid (USA) zu heiraten.<h3> „Stuff“ von der Fernbeziehung</h3>Ganze zwölf Jahre schon führen die beiden eine Fernbeziehung. Im Mai 2024 aber wollte Fischnaller den Antrag nicht länger auf die lange „Bahn“ schieben und hielt um ihre Hand an. „Und es ist zum Glück gut gegangen“, schmunzelt er, wenn er an diesen Moment zurückdenkt. Das Paar hat sich nämlich einen lang ersehnten Wunsch erfüllt und eine kleine Auszeit im „Retreat Hotel San Luis“ in Hafling genommen. Zwischen entspannten Saunagängen und feinen Gourmetabenden nahm der Rodler schließlich all seinen Mut zusammen und stellte die Frage aller Fragen. „Ich war mit den Jahren einfach ‚stuff‘ von der Fernbeziehung“, sagt Fischnaller und betont, dass er endlich mit seiner Partnerin ein Haus und ein Bett teilen möchte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1121985_image" /></div> <BR /><BR />Ob ihre gemeinsame Adresse nun in den USA, wo Sweeney ein Haus besitzt, oder in Südtirol sein sollte, war lange unklar. „Mit der Zeit haben wir aber gemerkt, dass Amerikaner einfach viel offener sind und es für sie in Südtirol leichter sein wird als für mich in Amerika“, erzählt Fischnaller, der seine Sommertrainings seit vielen Jahren bei Emily in Lake Placid absolviert: „Mir gefällt es auch dort sehr gut, und ich bin gerne in Amerika, doch daheim ist daheim.“<BR /><BR />Und so entschloss sich das Paar schließlich, in Meransen Wurzeln zu schlagen und diese Liebe mit einer Hochzeit zu krönen. Einen genauen Termin oder Ort gibt es noch nicht, aber es wird eine freie Trauung – irgendwo an einem schönen Ort in den Ber<?TrVer> gen, verrät der künftige Bräutigam.<BR /><BR /><h3> Der erste Kontakt über Facebook</h3>Wie Fischnaller selbst liebt auch Sweeney das Gebirge, die Natur und den Profisport. Vor genau 15 Jahren trafen sie sich zum ersten Mal beim Weltcup im nordrhein-westfälischen Winterberg. „Sie ist mir sofort aufgefallen, später habe ich sie dann auf Facebook gesucht und ihr geschrieben“, erinnert sich Dominik gerne an den Anfang ihrer Beziehung. Aus einer Nachricht wurde ein langer Chat, aus dem schließlich Liebe entstand. „Im Sommer 2013 bin ich dann zum ersten Mal zu ihr nach Amerika, und seitdem sind wir ein Paar.“ Ein Paar, das bereits viele glückliche Momente, aber auch Herausforderungen gemeistert hat. Denn eine Fernbeziehung über so viele Jahre hinweg zu führen – mit allen Komplikationen von Aufenthaltsgenehmigungen bis hin zur Pandemie – war eine echte Herausforderung. <BR /><BR />„Unser Credo war jedoch immer, maximal einen Monat getrennt zu sein. Im Sommer trainieren wir deshalb meist zusammen in Amerika. Und im Winter sind wir eh an denselben Wettkampforten. Im Grunde versuchen wir einfach, die gemeinsame Zeit intensiv zu genießen.“ Fischnaller hat in Emily Sweeney nämlich nicht nur eine Partnerin, sondern auch eine Trainingskollegin und eine Gleichgesinnte gefunden. „Wir tauschen uns natürlich auch über das Rodeln aus, vor allem, wenn es mal nicht gut läuft, und unterstützen uns gegenseitig. Dieses Verständnis für den Sport ist sehr wichtig“, weiß der Meransner, der eine nicht ganz einfache Saison hinter sich hat. 2025 aber scheint es wieder aufwärts zu gehen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1121988_image" /></div> <h3> Knödelkochkurs bei Oma</h3>„Emily möchte voraussichtlich nach den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand–Cortina aufhören. Ich hingegen kann mir schon noch ein paar Jahre im Sport vorstellen, wenn die Gesundheit mitspielt“, spekuliert der Meransner und freut sich bereits darauf, nach anstrengenden Renntagen heimzukehren – zu seiner Frau, vielleicht ein paar Kindern und hausgemachten Knödeln. „Meine Oma hat Emily beigebracht, wie man Speck- und Käseknödel macht, und sie macht sie echt gut.“ Überhaupt kocht seine Künftige gerne und darf sich daher auch die Küche im neuen Heim aussuchen. „Ich werde dafür das Aufräumen und Staubsaugen übernehmen“, lacht er, „und das Einkaufen.“ Denn wenn die US-Amerikanerin in Südtirol eines nervt, dann, dass die Geschäfte nicht sieben Tage die Woche geöffnet haben.<BR /><BR />Dafür genießt das Paar 365 Tage im Jahr die wunderschöne Landschaft, die Ruhe und unzählige Wander- und E-Bike-Möglichkeiten. „Auch mit Freunden gehen wir gerne aus“, erzählt Fischnaller von Gemeinsamkeiten. In geselliger Runde sei es für Emily Sweeney nämlich nicht nur einfacher, ihr Universitätsdeutsch zu verbessern, sondern auch ihr dialektales Vokabular zu erweitern. Welche Worte sie am liebsten sagt? „I mog di“, lacht Fischnaller, da schmelze sogar ein Eiskanalprofi dahin.