Montag, 29. Januar 2018

Schock-Rocker Alice Cooper wird 70

Wenn Alice Cooper nicht gerade mit schaurigem Make-Up, Kunstblut und geköpften Baby-Puppen auf der Bühne steht, ist er meist auf dem Golfplatz oder in der Kirche zu finden. Der „Erfinder des Schockrocks“ ist privat ganz brav: Seit mehr als 40 Jahren mit derselben Frau verheiratet und Vater von drei Kindern.

Alice Cooper wird heuer 70.
Alice Cooper wird heuer 70. - Foto: © shutterstock

22 Stunden am Tag sei er der ganz normale Vincent Damon Furnier, als der er geboren wurde, sagte der US-Musiker einmal in einem Interview. „Die restliche Zeit bin ich Alice Cooper, eine völlig eigenständige Persönlichkeit.“

Seit fast 50 Jahren tourt Cooper mit Giftschlangen, Guillotinen und anderen Grusel-Accessoires um die Welt und denkt gar nicht ans Aufhören, auch wenn er am kommenden Sonntag (4. Februar) 70 Jahre alt wird. „Das hat glaube ich etwas mit der Sucht nach Rock'n'Roll zu tun“, sagte er jüngst dem „Rolling Stone“. Vor wenigen Monaten erst veröffentlichte er mit „Paranormal“ sein 27. Studioalbum, für 2018 hat er schon wieder zahlreiche Tourdaten für die USA und Kanada angekündigt.

Cooper nimmt sich nicht allzu ernst 

Wirklich ernst nimmt Cooper sein Auftreten aber selbst nicht. Schon zu Beginn seiner Karriere sei ihm schnell klar geworden, dass er kein hochtrabender Künstler, sondern einfach ein Entertainer sei, sagte der Schockrocker einmal. „Wenn auch ein Entertainer des Grauens. Das macht wenigstens etwas her.“ Seinen Fans will er bei Konzerten schlicht Show und Spaß bieten. „Alles in allem bezahlt man bei einer Alice-Cooper-Show Eintritt für zwei Stunden Fahrt mit der Geisterbahn. Wer das wirklich ernst nimmt – den kann ich selbst nicht wirklich ernst nehmen.“

Sohn eines Priesters

Die Karriere des heutigen Schockrock-Stars begann einst ganz harmlos. Als Sohn eines Priesters wurde Vincent Damon Furnier in Detroit im US-Bundesstaat Michigan geboren und zog später mit seiner Familie nach Arizona. Mit Freunden aus dem Langlauf-Team nahm Cooper aus Spaß an Talentwettbewerben teil, zunächst noch als Beatles verkleidet. Nach einigen Umbesetzungen, Umbenennungen und einem Umzug nach Los Angeles bekam die Truppe dann einen Platten-Vertrag. Ein magisches Hexenbrett soll der Legende nach den endgültigen Bandnamen „Alice Cooper“ ausgespuckt haben.
Aber der viele Stress und Alkohol führte die Band in einen Dauer-Streit. Schließlich reklamierte Cooper den Bandnamen für sich alleine und startete solo. Die Namensänderung sei die beste Entscheidung seines Lebens gewesen, sagte Cooper später. „Welcome To My Nightmare“ hieß das erste Solo-Album des Rockers 1975.

Seine besten Songs habe er noch nicht geschrieben
Andere Künstler und Bands, wie Marilyn Manson und Kiss, haben den Schockrock längst übernommen, aber auch Cooper selbst hat trotz fast 50 Jahren mit Klapperschlangen, Kunstblut und Knochendeko auf der Bühne immer noch nicht genug davon, wie er einmal der Deutschen Presse-Agentur sagte: „Hey! Ich habe diese Art der Show erfunden, also habe ich auch ein Recht darauf, sie bis ans Ende aller Tage aufzuführen!“ Außerdem: „Ich glaube, ich habe noch nicht meine besten Songs geschrieben und meine beste Show gezeigt. Ich lebe nicht in der Vergangenheit, sondern denke immer daran, was als nächstes kommen kann.“

stol