Aber die Sarner Bäuerinnen lassen sich nicht unterkriegen.<BR /><BR />Vor 16 Jahren schlossen sich 11 Frauen aus dem Sarntal zusammen und bieten seither unter dem Namen „Ollerhond Selbergmochts“ traditionelle Sarner Köstlichkeiten in Form von Catering an. Nach den Anfangshürden ging es stetig bergauf, auch wenn nun Corona besondere Herausforderungen mit sich bringt. <BR /><BR />Die Bäuerinnen beeindruckten von Beginn mit ihrer guten, einfachen Hausmannskost, bekamen zunehmend mehr Aufträge und lieferten in ihren besten Zeiten bis zu 12.000 Essen jährlich. <BR /><BR />Alle Speisen werden frisch und eigenhändig in einer gemeinsamen Küche zubereitet. Im Laufe der Jahre haben sich alle Frauen auf bestimmte Speisen spezialisiert und so macht jede das, was sie besonders gut kann. Das reicht von Knödeln in allen Variationen, Suppen, über Gebackenes und vielem mehr und wird der Nachfrage angepasst.<BR /><BR /><b>Woher die Idee stammt</b><BR /><BR />„Für uns Frauen auf den Höfen hat diese Arbeit auch einen großen sozialen Aspekt, weil wir so vom Hof gehen müssen und mehr unter die Leute kommen“, sagt Viktoria. <BR /><BR />„11 Frauen – das kann nicht gut gehen“, war anfangs von mehreren Seiten zu hören. Und doch ging es gut. „Natürlich verlief nicht immer alles reibungslos, es gab Meinungsverschiedenheiten, es gab Diskussionen, aber das gemeinsame Ziel haben wir nie aus den Augen verloren“, sagt Mair. Es sei immer gelungen, eine Lösung zu finden.<BR /><BR />Die Idee für dieses Projekt war vor vielen Jahren beim Herbstfest in Bozen aufgetaucht, als Kastelruther Bäuerinnen dort ihre Produkte anboten. „Das könnten wir auch probieren; wir haben im Sarntal auch gute Sachen“, sagte Obfrau Maria Fellin damals. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="729527_image" /></div> <BR />Langsam nahm die Idee Form an und wurde konkreter. Nach erfolgter Ausbildung galt es viele behördliche Hürden zu überwinden. So holten die Bäuerinnen die Wirtschafterin Dèsirèe Mair mit ins Boot, die sich fortan um alles Bürokratische kümmerte. „Die Schwierigkeit bestand anfangs darin, ohne Kapital zu starten und gleichzeitig kein großes Risiko einzugehen“, sagt sie. Aber die Begeisterung der Frauen, ihr Kampfgeist und ihr Zusammenhalt hätten alle motiviert, mit dem Projekt zu starten.<BR /><BR />„Wir können nur bestehen, wenn wir etwas machen, was andere nicht machen,“ war Viktoria Fischnaller, die für organisatorische Dinge zuständig ist, von Anfang an überzeugt. Großen Wert legten die Mitglieder auf einfache, traditionelle Speisen und das Verwenden naturnaher Produkte sowie umweltfreundlicher Materialien. Das Tragen der Sarner Werktagstracht bei ihren Auftritten sorgte für zusätzliche Authentizität. „Die Tracht hat zudem den Vorteil, dass da alle gleich jung oder gleich alt ausschauen“, schmunzelt Maria Fellin. <BR /><BR /><b>Ständig wechselnde Vorschriften</b><BR /><BR />Mit der Coronazeit wurde alles schwieriger. „Der Markt brach über längere Zeiträume immer wieder ein und der Betrieb konnte nur mit sehr viel Mehraufwand und kostspieligen Sicherheitsmaßnahmen aufrechterhalten werden“, sagt Désirée Mair. Zudem waren auch die ständig wechselnden Vorschriften eine besondere Herausforderung und erforderte von allen Seiten viel Kraft, Mühe und Flexibilität.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="729530_image" /></div> <BR />Schnell passten sich die Frauen der neuen Situation an. „Wir haben Keks- und Geschenkpackungen gemacht, Körbe mit Sarner Produkten gefüllt und alles gemacht, was möglich und erlaubt war“, erzählt Viktoria Fischnaller. Mit der Pandemie wurde auch der Arbeitsaufwand größer. „Die Gäste dürfen sich nicht mehr selbst am Buffet bedienen, sondern wir müssen die Teller für sie anrichten und brauchen daher auch mehr Leute“, sagt sie. <BR /><BR /><b>Hoffnung auf bessere Zeiten</b><BR /><BR />„Der Erfolg unseres Küchenservice bestätigt, dass in der modernen schnelllebigen Zeit Traditionelles doch noch seinen Platz findet und gutes, von Generation zu Generation überliefertes Essen gerne angenommen wird“, sagt Mair.<BR /><BR />Trotz der schwierigen und unsicheren Zeiten wurde nie in Betracht gezogen, das Vorhaben aufzugeben. „Diese Arbeit ist für uns wichtig, bedeutet sie doch auch Freude und Genugtuung und eine Abwechslung zu unserer Arbeit auf dem Hof“, sagt Maria Fellin. Und eines haben alle Frauen gemeinsam: Die Hoffnung, dass wieder bessere Zeiten kommen.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-52560746_gallery" />