Freitag, 25. Oktober 2019

Sexten: Erhalt und Entwicklung des Natur- und Kulturraumes

Unter dem Titel Sexten-Ein zu bewahrendes Juwel veranstaltete die Gemeinde Sexten vergangene Woche eine gut besuchte Abendveranstaltung und Podiumsdiskussion rund um den Erhalt und die Entwicklung des Natur- und Kulturraumes. Das Resümee des Abends war: Sexten ist nach wie vor ein natürliches Juwel, dessen Glanz zu bewahren eine große Aufgabe bleibt.

v.l.n.r. Fritz Egarter (Bürgermeister Sexten), Rudolf Holzer, Erich Tasser (EURAC), Günther Pörnbacher (Forstinspektorat Welsberg), Maria Hochgruber Kuenzer (Landesrätin für Raumordnung, Landschafts- und Denkmalschutz), Erika Rögl (Bürgermeisterin Gemeinde Kals am Großglockner), Hans Heiss, Miriam Rieder (Moderation) und Thomas Summerer (Bürgermeisterstellvertreter Sexten). © ugc / Miriam Rieder
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v.l.n.r. Fritz Egarter (Bürgermeister Sexten), Rudolf Holzer, Erich Tasser (EURAC), Günther Pörnbacher (Forstinspektorat Welsberg), Maria Hochgruber Kuenzer (Landesrätin für Raumordnung, Landschafts- und Denkmalschutz), Erika Rögl (Bürgermeisterin Gemeinde Kals am Großglockner), Hans Heiss, Miriam Rieder (Moderation) und Thomas Summerer (Bürgermeisterstellvertreter Sexten). © ugc / Miriam Rieder - Foto: © Miriam Rieder

Im Rahmen eines grenzüberschreitenden EU-Kooperationsprojektes hatte die Gemeindeverwaltung von Sexten mehrere Expert*innen eingeladen, um gemeinsam mit der anwesenden Bevölkerung über die Landschafts-und Siedlungsentwicklung des Tales zu diskutieren.


Erich Tasser vom Institut für alpine Umwelt der EURAC präsentierte eingangs die Veränderung des Sextner Landschaftsbildes und der Landnutzung von 1860 bis heute mit der Erkenntnis, dass besonders bei den Anbauflächen auffällige Veränderungen zu verzeichnen sind, indem sich ein hoher Anteil ehemaliger Acker-und Getreideflächen zugunsten von Grünflächen für die Viehlandwirtschaft verschoben hat. Zudem habe sich die Waldgrenze aufgrund klimatischer Veränderungen sowie verminderter Weidehaltung an der Waldgrenze nach oben verlagert.

Der ehemalige Abgeordnete der Grünen im Südtiroler Landtag, Hans Heiss, nahm in seinem Kommentar Sextens Ortsbild und Siedlungsgrenze kritisch unter die Lupe. Im Gegensatz zu den Tourismushochburgen des Landes, sieht der Historiker für Sexten den Krieg zum Erhalt und zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Natur-und Siedlungsraumes noch nicht als verloren.

Kompakter Siedlungsraum

Während andere Südtiroler Gemeinden mit einem unansehnlichen Siedlungsbrei daherkämen, sei Sextens Siedlungsraum kompakt und ansehnlich, so Heiss. Er wandte sich an die Sextner mit dem Appell die Entwicklung ihres Tales nicht aus der Hand zu geben und vor allem touristischen Großinvestoren Einhalt zu gebieten.


Wissenslücken vor allem bei den jüngeren Gästen schloss der Sextner Dorfchronist Rudolf Holzer, im Tal bekannt als Lehrer Rudl . Er erzählte frei heraus vom bäuerlichen Leben im Tal in den 1950er Jahren und später. Sehr zum Gefallen des Publikums spickte er sein historisches Wissen mit Anekdoten aus dem Alltag von damals.

Auf die in der Podiumsdiskussion gestellte Frage, wie er sich Sexten in 20 oder mehr Jahren vorstelle, hatte das Sextner Gedächtnis, wie Rudolf Holzer auch genannt wird, eine kurze und knappe Antwort: Ein Dorfchronist lebt in der Vergangenheit und weiß nichts von der Zukunft. , so Holzer.

Anschließende Podiumsdiskussion


An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben den Vorrednern die Landesrätin für Raumordnung und Landschaftsschutz, Frau Maria Hochgruber Kuenzer sowie der Amtsdirektor des Forstinspektorats Welsberg, Herr Günther Pörnbacher teil. In der Diskussion erörterten die Podiumsgäste zusammen mit dem Publikum weitere Themen und zogen auch einige Vergleiche mit der Situation in der Nachbarprovinz Osttirol bzw. der am EU-Förderprojekt ebenfalls beteiligten Gemeinde Kals am Großglockner.


Bürgermeister Fritz Egarter und Vize-Bürgermeister Thomas Summerer zeigten sich am Ende des Abends erfreut über die gelungene Veranstaltung zur Information und Bewusstseinsbildung rund um die Themenschwerpunkte Landschafts- und Siedlungsraum. Die Initiative wurde im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes Landschaftsentwicklungskonzept: Neue Wege zur Erhaltung und Entwicklung des Natur- und Kulturraumes innerhalb der CLLD Dolomiti Live Strategie gefördert.

miriam rieder