Donnerstag, 15. Oktober 2020

Skandal um Netflix-Film „Cuties“

Der Netflix-Film „Cuties“ erzürnt seit mehreren Wochen zahlreiche Abonnenten und Kritiker. Der Vorwurf: Sexualisierte Darstellung von Minderjährigen.

Der Film sorgt für Empörung. - Foto: © Netflix/Screenshot
Der französische Film, der im Original den Titel „Mignonnes“ (deutsch: Die Niedlichen) trägt, ist seit 9. September auf Netflix online. Seitdem gibt es zahlreiche Proteste.

Im Film geht es um die 11-jährige Amy Diop aus dem Senegal, die mit ihrer muslimischen Familie in Paris lebt und streng konservativ erzogen wird. Sie versucht ihr Glück in einer Tanzgruppe und gerät dabei unter anderem in einen Konflikt mit konservativ-muslimischen Traditionen.

Im Film kommt es dabei mehrmals zu Tanzszenen in denen die Kinder knappe Outfits tragen. Auch das erste Plakat des Films sorgte für Empörung. Es zeigte die minderjährigen Hauptdarsteller in provokanten Posen. Für das Filmplakat entschuldigte sich Netflix und zog es zurück.


In einer Online-Petition auf „change.org“ haben etwa schon mehr als 660.000 User (Stand Donnerstag) unterschrieben. Sie fordern, den Film schleunigst von der Plattform zu nehmen.

Klage eingereicht

Auch die Staatsanwaltschaft von Texas hat eine Klage gegen den Film eingereicht. Konkret gehe es dabei um die Darstellung des Schambereichs eines jungen Mädchens, wie das US-Filmmagazin „Variety“ meldet.

Befürworter des Film argumentieren jedoch, dass man sich den ganzen Film anschauen müsse, um die komplette Message und Kritik zu begreifen. Auch Netflix selbst verteidigt sich: Es sei ein preisgekrönter Film und eine Geschichte über den Druck, der durch die sozialen Medien und die Gesellschaft im Ganzen auf junge, heranwachsende Mädchen ausgeübt werde.

stol

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