<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Eines vorweg: Wer seinen Meerschweinchen Tricks oder Kunststückchen beibringen möchte, muss sichergehen, dass die Tiere gesund sind, keine Angst haben und ihnen ausreichend Platz zur Verfügung steht. Sie sollen freiwillig mitmachen – es geht darum, gemeinsam Spaß zu haben. <BR /><BR />Wichtig: Auf den Charakter jedes Meerschweinchens achten! Manche lernen schnell, andere brauchen länger oder haben an bestimmten Übungen gar kein Interesse. Das ist okay, denn solche Tricks sollen die Tiere beschäftigen und kein Zwang sein. <BR /><BR />Meerschweinchen sind Fluchttiere, das heißt, sie müssen ihrem Menschen vertrauen, damit das mit den Tricks klappt. Am besten lernen Meerschweinchen über Futterbelohnungen: Man verwendet kleine Stückchen von besonders beliebtem Gemüse. <BR /><BR />Zusätzlich kann ein Clicker beim Training helfen. Das kurze Klick-Geräusch markiert genau den Moment, in dem das Meerschweinchen das Verhalten zeigt, das man möchte. Nach dem Klick folgt immer eine Belohnung. Damit verknüpft der Nager nach einigen Übungseinheiten das Geräusch damit. <BR /><BR />Kurze Trainingseinheiten sind sinnvoller als lange. Also besser mehrere kurze Wiederholungen im Alltag einbauen und nicht zu lange am Stück üben. Für den Anfang eignen sich einfache Kunststückchen. <h3> Ein paar Beispiele:</h3>Drehen im Kreis: Man führt ein Leckerli dicht vor der Nase des Meerschweinchens langsam in einer Kreisbewegung, so lange, bis sich das Tier mitdreht. <BR /><BR />Aufrichten auf die Hinterbeine: Man hält das Leckerli etwas höher, sodass das Meerschweinchen sich danach strecken muss.<BR /><BR />Auf die Hand klettern: Mit viel Geduld kann man seine Meerschweinchen daran gewöhnen, auf die Hand zu klettern. Dazu hält man dem Tier die flache Hand hin und platziert dort eine Belohnung. Zu Beginn belohnt man das Meerschweinchen, wenn es sich nähert, dann, wenn es an der Hand schnuppert, und baut die Übung dann langsam aus.<BR /><BR />Herankommen auf Zuruf: Damit die Meerschweinchen auf Zuruf kommen, werden sie mit ruhiger Stimme gerufen und direkt belohnt, sobald sie näherkommen. Wenn man täglich übt, kann man sie auch auf ein bestimmtes Wort trainieren. Diesen „Trick“ kann man gut mit der täglichen Fütterung kombinieren.<BR /><BR />Nachdem man mit seinen Nagern eine Zeit lang immer wieder geübt hat, kann man sich auch an schwierigere Übungen heranwagen. Meerschweinchen können beispielsweise lernen, einen leichten Ball anzustupsen oder durch einen Reifen zu laufen. <BR /><BR />Für diese Übungen ist es wichtig, die Trainingseinheiten in kleine Schritte zu zerlegen. Anfangs werden die Tiere auch hier bereits belohnt, wenn sie sich dem Ball nur nähern oder ihn nur kurz berühren usw. Ein Clicker ist auch hier hilfreich.<h3> Weitere Beschäftigungs-Möglichkeiten</h3>Um seinen Nagern Abwechslung im Gehege zu bieten, kann man Heu in Klopapierrollen stopfen oder Frischfutter auf dem Boden verteilen. Wichtig: Was nicht gefressen wird, nach einem Tag entfernen! <BR /><BR />Man kann frische Zweige ins Gehege legen (beispielsweise Apfel-, Haselnuss-, Birnen- oder Johannisbeerzweige) oder Futtersträußchen ins Gehege hängen. Man kann Tunnel oder Häuser aus Karton bauen sowie Gemüse- und Obststücke wie Apfel, Gurke, Fenchel, Karotte oder Stangensellerie auf einen Zweig spießen. <BR /><BR />Oder man legt mit Stroh und Heu befüllte Papiertüten ins Gehege. Diese werden von den Tieren dann nach Lust und Laune zerlegt oder zum Hineinkrabbeln benutzt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.