<b>Von Barbara Plattner</b><BR /><BR />Es ist Erkältungszeit. In jedem Supermarkt, in jeder Arztpraxis, in jedem Büro hört man jemanden husten oder niesen. Was viele nicht wissen: Niesen ist eine kleine Druckexplosion im Körper. Und wer dabei falsch reagiert, riskiert Rückenschmerzen oder gar das Verschlechtern eines Beckenbodenproblems.<BR /><h3> Warum beim Niesen so viel Druck entsteht</h3>Beim Niesen schießt die Luft mit bis zu 150 km/h aus dem Körper. Gleichzeitig baut sich im Bauchraum ein enormer Druck auf. Kann dieser Druck nicht über den Mund entweichen – etwa weil man reflexartig Mund und Nase verschließt – sucht er sich den Weg des geringsten Widerstands: nach unten: Beckenboden; nach vorne: Bauchwand; nach hinten: Wirbelsäule. Und genau hier entstehen mögliche Probleme.<h3> Die versteckten Folgen von „falschem“ Niesen</h3>Besonders in der Erkältungszeit berichten viele Menschen über:<BR /><Symbol_Hinweis></Symbol_Hinweis> > plötzlich auftretende Rückenschmerzen;<BR />> Verschlimmerung bestehender Bandscheibenprobleme;<BR />> Druck oder Ziehen im Unterbauch;<BR />> erneutes „Aufgehen“ einer bestehenden Rektusdiastase;<BR />> Tröpfchenverlust oder auch Druckgefühl im Beckenboden;<BR />> verstärkte Nacken- und/oder Schulterschmerzen; ein Gefühl von > Instabilität („Mein Körper hält mich nicht mehr gut“).<BR /><BR />Diese Beschwerden sind kein Zufall. Wenn der Druck im Körper nicht gut verteilt werden kann, übernimmt die Muskulatur kompensatorisch – oder sie kann es eben nicht. Und dann macht sich das schlagartig bemerkbar.<h3> Eine starke Körpermitte ist der bester Schutz</h3>Die Körpermitte – besonders tiefe Bauchmuskeln, Beckenboden und die stabilisierende Muskulatur rund um die Wirbelsäule – ist wie ein natürlicher Schutzgurt. Wenn diese Muskeln gut arbeiten, dann wird der Druck beim Niesen oder Husten abgefangen. Das Problem: Unser moderner Alltag ist geprägt von Sitzen, Stress, wenig Bewegung und schwacher Haltung. Dadurch verliert die Mitte an Kraft, und genau in der Erkältungszeit wird das sofort spürbar.<h3> Warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist</h3>Erkältungszeit bedeutet: Der Körper ist ohnehin belastet. Man hustet, niest, schnieft – und jede dieser Bewegungen steigert den Druck im Rumpf. Gerade jetzt lohnt es sich, die Körpermitte gezielt zu stärken, statt zu warten, bis Beschwerden da sind. <h3> Wie man richtig niest: Ein paar hilfreiche Tipps</h3>Richtiges Niesen ist eigentlich ganz einfach, wenn man es einmal bewusst gemacht hat:<BR /><BR />- Mini-Aktivierung der Mitte: Das ist ein feines, sanftes Heben – als würden Sie die inneren Organe mit dem Beckenboden leicht nach oben halten. Kein Pressen, keine Härte, nur ein leichtes Aufspannen.<BR /><BR />- Durch den Mund „auspusten“: Halten Sie den Nieser niemals zurück. Lassen Sie die Luft raus, statt Druck aufzubauen. Je mehr Sie ausatmen, desto weniger Druck entsteht nach unten, vorne und hinten.<BR /><BR />- Rotieren Sie mit dem Oberkörper zur Seite. Oberkörper dreht leicht zur Seite, Becken bleibt stabil und dreht NICHT mit. Brustkorb bleibt lang und aufrecht. Kein Zusammensacken, kein Rundrücken.<BR /><BR />- Kopf drehen und leicht nach oben schauen: Drehen Sie den Kopf zur Seite, heben Sie ihn leicht nach oben und niesen Sie in die Armbeuge. Dies schützt die Halswirbelsäule, öffnet den Brustkorb und verhindert ein Zusammenfallen des Oberkörpers. <BR /><BR />- Diese kleinen Unterschiede entscheiden oft darüber, ob Ihr Rücken stabil bleibt – oder nach dem Niesen plötzlich schmerzt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249638_image" /></div>