<b>Von Stephan Niederegger<BR /></b><BR />Bücher eröffnen neue Welten und bieten Erfahrungen, die ein Mensch allein in seinem Leben nicht machen könnte“, philosophiert die heute 61-Jährige und denkt dabei auch an das Zitat von Umberto Eco: „Wer nicht liest, wird mit 70 Jahren ein einziges Leben gelebt haben – das seine.“ <BR /><BR />Sonja Hartner nennt sich selbst eine „Vielleserin“. Es sind so an die 40 Bücher im Jahr, die sie liest, zählt sie auf. Dabei hat sie ein Faible für Science-Fiction – Becky Chambers und Ursula K. Le Guin kann sie wärmstens empfehlen. Sie liest aber auch gern Biografien oder einfach kreuz und quer durch die zeitgenössische Literatur. Zudem interessieren sie auch Sachbücher, vor allem über gesellschaftspolitische Themen. <BR /><BR />Oft hat sie parallel mehrere Bücher zur Hand und wählt gerade nach Lust und Laune aus, welches sie weiterliest. Ausschlaggebend dabei sei, „dass das Buch gut geschrieben ist“, sonst komme sie über die erste Seite nicht hinaus, erklärt sie. Oft ist es das Buchcover, das ihre Neugier weckt, denn dieses verrate sofort, ob es sich lohnt, das Buch auszuleihen. Mittlerweile habe sie ein geschultes Auge dafür und liege nur selten falsch, bestätigt sie schmunzelnd. <BR /><BR /><embed id="dtext86-71072093_listbox" /><BR /><BR />Wenn möglich, liest Hartner in der Originalsprache – Deutsch und Italienisch sowieso, aber auch Englisch und mittlerweile auch Französisch. Oft komme auch eine gute Übersetzung nicht an das Original heran, erklärt sie und nennt dabei als Beispiel den italienischen Autor Andrea Camilleri. Viele sprachliche Nuancen des sizilianischen Dialektes des „Commissario Montalbano“ seien nicht übersetzbar: „Der Genuss beim Lesen liegt in der Schönheit der Sprache und im Eintauchen in andere Lebenswelten.“ <BR /><BR />Vor vielen Jahren hat sie einen Schreibwettbewerb der Sparkasse gewonnen. Heute hat sie kaum noch Zeit, selbst Texte zu verfassen – allenfalls sind es Gebrauchstexte zum Vorlesen. Und genau die Sprache ist es, die sie fasziniert – der richtige Ausdruck, präzise und korrekt, das Feilen am Wort: „Je klarer ich in der Sprache bin, umso deutlicher kann ich mitteilen, was ich denke und meine“, hebt Sonja Hartner hervor und outet sich als „absolute Befürworterin des Genderns“. Für sie gehe es nicht um eine akademische Diskussion oder gar eine sprachliche Verhunzung, sondern um eine „inklusive Sprache“. Die Sprache habe einen großen Einfluss auf unsere Weltsicht, ist sie überzeugt, und daher sei es wichtig, alle mit einzuschließen.<h3> Mit dem Fahrrad durch Alltag und Urlaub</h3>Hartner fährt jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit, aber auch in der Freizeit ist sie viel mit dem Rad unterwegs. Seit mehreren Jahren verbringt sie mit ihrem Mann Bruno den Haupturlaub auf dem Trekkingrad. Früher waren es lange Touren entlang der Elbe, der Saale und der Moldau sowie am Nord- und Ostseeküstenradweg in Dänemark. Mittlerweile sind es Passstraßen, die die beiden suchen. Erst vor wenigen Wochen waren sie in den französischen Alpen unterwegs – von Bregenz zum Genfer See und über die Pässe nach Nizza. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1202973_image" /></div> <BR /><BR />Diese drei Wochen sind im Groben vorgeplant; je nach Wetter und Laune wird improvisiert, wo sie übernachten – manchmal auch im Zelt. Für Besichtigungen der Etappenziele bleibt wenig Zeit, außer für einen Bummel durch die Dörfer und ein gutes Abendessen. Im Reisetagebuch hält sie die wichtigsten Informationen über Etappen, Begegnungen und Erlebnisse fest.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1202976_image" /></div> <BR /><BR />Bei den Radtouren ist Sonja Hartner die „Radlführerin“, die Wander- und Bergtouren werden von Bruno geplant. Mindestens einmal im Jahr wandert das unternehmungslustige Paar auf das Astjoch zum Ellener Kreuz, das sie von Aufhofen aus immer im Blick haben. Kleinere und größere Wanderungen im Brunecker Raum und auch manche 3.000er gehören ebenso dazu. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1202979_image" /></div> <BR /><BR />Ihre beiden mittlerweile erwachsenen Kinder Anna und Martin leben in Wien. Daher ist die gemeinsame Zeit der Familie gezählt. Trotzdem gelinge es, mehrmals im Jahr etwas gemeinsam zu unternehmen, freut sie sich.<h3> Tanzen: Sport für Körper und Geist</h3>Und da gibt es noch eine Leidenschaft, die Sonja und Bruno vor Jahren für sich entdeckt haben: den Paartanz. Begonnen hat es mit ein paar Tanzkursen. Nun treffen sie sich immer wieder mit ein paar gleichgesinnten Paaren, um gemeinsam Standardtänze (langsamer Walzer, Wiener Walzer, Slowfox, Tango, Foxtrott) und lateinamerikanische Tänze (Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Jive, Bachata) zu üben und ein wenig zu „ratschen“. Zweimal im Jahr geht es an den Klopeiner See in Kärnten – für ein paar Tage zum Lernen und Ausspannen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1202982_image" /></div> <BR /><BR />Wenn Sonja Hartner davon erzählt, gerät sie ins Schwärmen. Tanzen sei ein Sport für den Körper und den Geist: Koordination, Ausdauer, Gefühl für Rhythmus, Musik und den Charakter des jeweiligen Tanzes, Gedächtnis und nicht zuletzt das Abstimmen der Bewegungsabläufe mit dem Partner seien notwendig. Sie ist eine selbstbewusste und eigenständige Frau – außer beim Tanzen, da lässt sie sich gerne führen und „folgt dem Mann“, sagt sie augenzwinkernd.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71072098_listbox" />