Der Vergleich kann uns durchaus motivieren, aber er kann uns auch zeit- und energieraubende Entscheidungen treffen lassen. Häufig wird Vergleich auch mit Neid verwechselt. Doch Neid enthält eine emotionale Komponente. Er entsteht, wenn wir uns benachteiligt fühlen.<h3> Das Problem mit dem destruktiven Neid</h3>Der TV-bekannte Psychologe Rolf Schmiel unterscheidet zwischen konstruktivem und destruktivem Neid. Der eine spornt uns an, der andere zieht uns nach un<?TrVer> ten. Beispiel für konstruktiven Neid: Ein Mitschüler hält ein brillantes Referat. <BR /><BR />Er erntet Bewunderung, wir sind neidisch. Problematischer ist der destruktive Neid: Wir werten andere ab und uns gleich mit. Neid kann sich auf materielle Güter, aber auch auf Fä<?TrVer> higkeiten beziehen. Studien belegen sogar, dass die Mehrzahl der Menschen bereit wäre, weniger zu haben, solange andere nicht mehr haben. <?Uni SchriftWeite="97ru"> Das ist höchst irrational. Das ist „jemandem etwas nicht vergönnen“.<?_Uni> <BR /><BR /><h3> Auch biblisches Gleichnis zeigt Phänomen</h3>Auch das biblische Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg zeigt dieses Phänomen: Einige Arbeiter begannen bereits bei Tagesanbruch, während andere erst kurz vor Feierabend engagiert wurden. Aber alle erhielten denselben Lohn, wie vereinbart. Jene, die länger gearbeitet hatten, empfanden dies als Ungerechtigkeit. Sie murrten gegen den Gutsherrn und sagten: „Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen.“ Da erwiderte der Gutsherr einem von ihnen: „Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh!“<h3> Wieso empfinden wir Neid?</h3>Die Frage ist: Wieso empfinden wir Neid, der uns unglücklich macht, obwohl wir das bekommen, was wir vereinbart haben? Wenn wir in diese Gerechtigkeitsfalle tappen, werden wir immer etwas finden, was auf der Welt nicht gerecht ist. Im Alltag begegnet uns das ständig. Im Sport etwa: Es wird fast immer jemanden geben, der besser ist und uns besiegen kann. <?Uni SchriftWeite="94ru"> Wer sich ausschließlich mit anderen misst, <?_Uni> wird selten zufrieden sein.<BR /><BR /><h3> Die gravierenden Konsequenzen des Neides</h3>Die Konsequenz ist gravierend: Wir verlieren den Blick für das, was wir selbst bereits erreicht haben. Es entsteht eine Art Mangeldenken. Besonders verstärkt wird das durch die sozialen Medien. Wir beginnen unbewusst zu glauben, dass es um uns herum nur perfekte Menschen und Körper gibt. Ein gesünderer Ansatz ist der Vergleich mit uns selbst. Wer die eigene Entwicklung als Maßstab nimmt, schafft eine stabile Grundlage für Motivation. Wenn wir ständig auf das schauen, was andere haben, verlieren wir die Wertschätzung für das Eigene.<h3> Die positive Seite an einem Vergleich</h3>Natürlich hat der Vergleich auch seine Berechtigung. Wettbewerb kann uns antreiben und motivieren. Dadurch können wir unsere Leistungen nochmals steigern. Doch kann er dauerhaft als alleiniger Maßstab zum Problem werden. Um sich in dieser Welt voller Bewertungen zu schützen, besonders in den sozialen Medien, hilft uns ein stabiles Selbstwertgefühl. Kritik wird es immer geben. Entscheidend ist, ob wir uns unserer eigenen Stärken bewusst sind.<BR /><BR /><b>Zum Autor:</b><BR />Gerold Thaler ist Berufsschullehrer an der Landesberufs- schule (LBS) Guten- berg in Bozen, Autor des Buches „Vom Zeitmanagement zum Zeitbewusstsein“ (Springer Gabler, 2025, 147 S.) sowie Zeitmanagement- Experte. Infos auf <a href="https://geroldthaler.it/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www. geroldthaler.it</a>