Der Mediziner hatte sich in Madrid weiterbilden wollen und dafür ein Stipendium erhalten. Wie die Zeitung „El Pais“ am Montag berichtete, testeten die Grenzbeamten auf dem Flughafen Madrid-Barajas die Kleider des Mannes auf Kokain.Damit sollte festgestellt werden, ob die Textilien mit Kokain imprägniert waren. Dies ist ein Verfahren, auf das Drogenschmuggler zuweilen zurückgreifen: Sie lösen Kokain in Wasser auf, tränken die Kleidung ihres Reisegepäcks mit der Flüssigkeit, trocknen sie und filtern das Rauschgift im Zielland wieder heraus.Bei dem Mediziner brachten die Tests bei allen Kleidungsstücken einen positiven Befund. Eine Ermittlungsrichterin schickte den Arzt daraufhin in Untersuchungshaft. Erst sechs Monate später ergaben Laboranalysen, dass die Kleidung keinerlei Spuren von Kokain enthielt. Der Arzt vermutet, dass ein von seiner Großmutter benutztes Stärkemittel zu dem falschen Testergebnis geführt hat. Er verlangt nach Angaben der Zeitung vom spanischen Staat nun eine Entschädigung von 280.000 Euro. apa/dpa