Bei zeitgeschichtlichen Untersuchungen tauchen auch in Südtirol immer noch interessante Fundstücke auf. <BR /><BR /><BR /><BR />Am 14. Februar 1943 gab es in Brixen Fliegeralarm, ein Vorzeichen für die bald darauf folgenden schweren Bombenabwürfe auf Bozen und Auer. Zu einem besonders heftigen Luftgefecht zwischen Amerikanern und Deutschen kam es dann am 19. Dezember 1943, ausgehend von einem Großangriff auf Innsbruck. <BR /><BR />Die deutsche Abwehr und Verfolgung der Amerikaner verlagerte sich schließlich nach Südtirol, wo im Zuge zeitgeschichtlicher Untersuchungen immer noch interessante Fundstücke auftauchen. <BR /><BR />Prof. Giorgio Pietrobon aus Treviso, der selbst ehemaliger Fallschirmspringer ist, ermittelte in präziser Form den Absturz von 4 USAAF-Bombern, (B-24J Liberator und B-17 Flying Fortress bei <b>Calfosch/Kolfuschg</b>, bei <b>St. Jakob im Ahrntal</b>, bei <b>Antholz Mittertal</b> und nahe <b>Taisten</b>). Bei diesen Abstürzen kamen insgesamt 20 amerikanische Air-Force-Angehörige ums Leben.<h3> Das Schicksal deutscher Jagdflieger</h3>Die Hobbyflugzeughistoriker Armin Kanetscheider aus Reischach und Roland Domanig aus Lienz (beide waren bei der Auffindung von vermissten US-Piloten im Pustertal und Sarntal entscheidend beteiligt), haben sich neben den amerikanischen Bomberabstürzen auch mit dem Schicksal der deutschen Jagdflieger vom 19. Dezember 1943 auseinandergesetzt.<BR /><BR />Die 2-sitzige Messerschmidt 110 des Piloten Unteroffizier Eberhard Flaig wurde über Südtirol getroffen. Seine Leiche wurde im April 1944 im Schwarzbachtal bei <b>Gerlos</b> (Bezirk Schwaz) aufgefunden. Seinem Mitflieger (wahrscheinlich dem Bordfunker) war offensichtlich über dem Zillertaler Hauptkamm der Absprung mit dem Fallschirm gelungen. Aus einer Prettauer Chronik geht hervor, dass sich am 19. Dezember 1943 ein „Pilot“ vom Mitterjoch absteigend in <b>Prettau</b> gemeldet habe. Der Name ist nicht bekannt, konnte auch nicht bei deutschen Luftwaffenexperten in Erfahrung gebracht werden. Überlebende einer Luftschlacht werden oft nicht gelistet. Die Suche nach dem Absturzplatz gestaltet sich schwierig.<h3> Das Rätsel von Olang</h3>Am Eingang in das <b>Antholzer</b><b>Tals</b>, an der nordwestlichen Bergflanke, ging eine Me 110 zu Boden. Die beiden Insassen, Unteroffizier Karl-Heinz Krämer und Unteroffizier Josef Lebl, kamen ums Leben. Eine große Gedenktafel erinnert am Absturzort vorbeikommende Wanderer an das Ereignis. Im Waldfriedhof in Bruneck ist für die beiden Flieger je ein Grabmal ausgewiesen.<BR /><BR />Eine bisher nicht verifizierbare Angabe besagt, dass eine Me 109 bei <b>Olang</b> abgestürzt sein soll. Der Pilot, Hauptmann Buschmann, sei mit Fallschirm unverletzt abgesprungen. Nach neuen Quellen und Zeitzeugen wird in dieser Sache noch intensiv geforscht. Vielleicht handelt es sich um eine Doppelmeldung, die sich auf <b>Sexten</b> beziehen könnte. Um Olang überlagern sich einige Fliegerinformationen, deren chronologische und einheitenbezogene Zuordnung erst gelingen muss. <BR /><BR />Ähnlich verhält es sich mit dem Absturz einer brennenden Messerschmidt 109 in der Sextner Gegend. Die Absturzstelle liegt laut der Fliegerliteratur oberhalb des Sextner Stausees. Der Innichner Peter Paul Weitlaner kann sich erinnern, als Kind von der Vierschacher Schule aus eine Rauchsäule im Wald gesehen zu haben. In der Folge war er mit anderen Buben auf die Suche nach Kugellagern gegangen und konnte an der vermeintlichen Absturzstelle rote Erde bestaunen. Diese Aussagen sollten helfen, die mit viel Aufwand lange betriebene Suche nach dem Absturzort oberhalb des Sextner Stausees beenden zu können. <h3> Bis heute nicht gefunden</h3>Für das Pustertal gilt auch der amerikanische Schütze und Funker Stewart Dora weiterhin als vermisst. Er war nahe <b>Toblach</b> am 22. November 1994 aus seinem B24-Bomber abgesprungen. Er wurde bis heute nicht aufgefunden.<BR /><BR />Ergänzungen und Meldungen über lokale historische Flugzeuggeschichten nehmen entgegen Roland Domanig (Tel. 0043 676 38 69 065, E-Mail: domanig.tirol@utanet.at) und Armin Kanetscheider ( 335 105 0118, E-Mail: wk_armin@hotmail.com)