Donnerstag, 13. August 2020

Südtiroler Bäuerinnen: Geweihte Kräutersträuße trotz Corona

Trotz eingeschränkter Gottesdienste ist es einigen SBO-Ortsgruppen ein wichtiges Anliegen am 15. August geweihte Kräutersträuße an die Dorfbevölkerung zu verteilen. „Gerade für uns Bäuerinnen ist der geweihte Kräuterstrauß ein wichtiger Begleiter durchs ganze Jahr. Ich danke den Bäuerinnen, die heuer trotz der erschwerten Bedingungen, Kräutersträuße binden, sie zur Weihe in die Kirche bringen und sie dann verteilen“, so Landesbäuerin Antonia Egger.

Ein wertvoller Brauch: Kräutersträuße am Hochunserfrauentag.
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Ein wertvoller Brauch: Kräutersträuße am Hochunserfrauentag. - Foto: © SBO
Viele Bäuerinnen binden ihren Kräuterstrauß auch selbst und bringen ihn zur Weihe in die Kirche. So auch Rosi Mangger Walder, Kräuterpädagogin aus St. Leonhard in Passeier: „Ich verwende abwehrende Wetterkräuter,“ erzählt Rosi. Wichtig sei bei der Weihe des Kräuterstraußes, der Grund für den Segen von Oben, der erbittet wird.

„Viele mögen diesen Brauch belächeln, aber in Notsituationen ist er sehr hilfreich, wie neulich beim Gewitter, wo ein Teil der wetterabweisenden Kräuter meinen Garten vor Hagelschäden bewahrt haben. Dabei verbrenne ich diese und bete a Gsatzl“,sagt Rosi. Für die Gartenräucherungen betet Rosi für eine gute Ernte und Schutz für den gesamten Garten. Aber auch für das Tierwohl, eingegeben vor der Auffahrt auf die Alm, sei es ein Gesundheitssegen, welcher die Tiere beschützt und wieder heil von der Alm herunterkommen lässt.


Brauchtum als Teil unserer Kultur

„Die Bräuche sind ein Teil unserer Kultur, sie verbinden uns untereinander, aber auch mit unseren Wurzeln,“ so Rosi Mangger Walder. „Deshalb sollten wir diese Bräuche leben und nicht verlieren.“ So sieht Bäuerin Rosi Mangger die Bedeutung der Bräuche und des geweihten Kräuterstrauß zu Hoch unser Frau.

Auch die Landesbäuerin Antonia Egger ruft dazu auf, diesen Brauch der Kräuterweihe am Hochunserfrauentag am 15. August zu pflegen:„Sammeln und binden wir auch heuer Kräuter zu schönen Kräuterbuschen und bringen wir sie zur Kräutersegnung in die Kirche. Festigen wir dadurch unsere Wertschätzung von Heilkräutern in unserer modernen Zivilgesellschaft und festigen wir dadurch unsere Bräuche.“

stol

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