Montag, 05. Januar 2015

Südtiroler Paar im (Un-)Glück: Erst Unfall, dann Traumurlaub

So etwas nennt sich gelebte Nächstenliebe: Auf seinem Weg in dem Traumurlaub rammte ein Südtiroler Pärchen im Landkreis München mit seinem Pkw einen anderen Wagen. Die Mutter des Unfallopfers nahm sich ein Herz und fuhr die zwei Urlauber gerade noch rechtzeitig zum Flughafen.

Dank eines rettenden Engels kamen die Südtiroler nicht zu spät zum Abflug. Foto: kna
Dank eines rettenden Engels kamen die Südtiroler nicht zu spät zum Abflug. Foto: kna

Das Malheur geschah am Samstagmorgen gegen 8.15 Uhr: Beim Linksabbiegen in Faistenhaar (südlich von München) übersah der Südtiroler Lenker (42) einen Fiat, an dessen Steuer ein 28-Jähriger saß. Die beiden Autos prallten mitten auf der Kreuzung zusammen.

Besonderes Pech: Der Südtiroler war zuvor extra wegen eines Staus von der A8 abgefahren, um seinen Flug noch rechtzeitig zu erwischen. Nach dem Unfall schien der Traumurlaub in der Karibik aber in weite Ferne gerückt...

Zur Unfallstelle geeilt

Das Auto des Urlauberpärchens war so demoliert, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Doch dann trat Judith R. auf den Plan: Die 57-Jährige war nach dem Zusammenstoß von ihrem Sohn angerufen worden. „Sofort sind mein Mann und ich mit zwei Autos nach Faistenhaar gefahren“, erzählt die Mutter des Unfallopfers. Am Ort des Geschehens angekommen, konnte sie zunächst aufatmen. Ihr Sohn war nahezu unverletzt, das Urlauberpärchen auch. 

Persönlich zum Flughafen chauffiert

Doch das Auto des Südtiroler Paares war so demoliert, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Schnell erkannte die Frau, was für die Unfallverursacher auf dem Spiel stand. Sie war spontan bereit, zu helfen. Die Bruckmühlerin fuhr den Südtiroler und dessen Lebensgefährtin schließlich zum Flughafen.

Flug in die Karibik knapp erwischt

Denn: Ein Taxi wäre nicht so schnell dagewesen, um die beiden zum Flieger zu bringen. „Ich hab ganz schön aufs Gas drücken müssen, damit die beiden das Flugzeug erwischen“, schmunzelt Judith R. „Aber wir haben es gerade so geschafft“, freut sie sich darüber, dass das Liebespaar den Flieger in die Karibik noch erreichte.

Ansprechpartnerin für die Polizei

Damit war die Hilfsbereitschaft aber noch längst nicht erschöpft. Die 57-Jährige war spontan bereit, sich als so genannte Zustellungsbevollmächtigte zur Verfügung zu stellen. Das heißt: „Wenn Post von der Polizei fällig wird, bekommt die Dame diese zuerst und leitet sie dann an den Mann aus Südtirol weiter“, erklärt Polizeisprecherin Elizabeth Matzinger. Über den "rettenden Engel" berichteten auch deutsche Medien.

stol