<b>Von Edith Runer</b><BR /><BR />Wer an einem sonnigen Nachmittag in der Umgebung der Burg Taufers spazieren geht, könnte gut auf zwei Damen mit Hund treffen. Tina Marcelli und ihre Frau Kim genießen in diesem idyllischen Winkel am Eingang des Ahrntals aber nicht ihren Feierabend. Sie nutzen lediglich die Zimmerstunde, wie die Mittagspause in der Gastronomie genannt wird, um mit Whiskey, ihrer Französischen Bulldogge, frische Luft zu schnappen.<BR /><BR /> In der Natur weicht die Anspannung, dort ist Platz für Erholung und Gespräche abseits von Rezepten und Kochtöpfen. „Ich bin keine Sportlerin, aber draußen zu sein, ist mir wichtig“, sagt die Köchin des Jahres 2025 (Gault Millau). <BR /><BR />Seit dem Frühjahr wohnt Tina Marcelli wieder im Ahrntal – dort, wo sie ihre Kindheit verbracht hat, wo sie von Oma Rosa lernte, aus wenigen Zutaten Großartiges zu zaubern, und wo sie ihrem Vater Marcello schon damals prophezeit hat: „Ich werde Köchin.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256913_image" /></div> <h3> Freizeit in der Kochschule</h3>Nahe ihres Heimatortes schreibt Tina Marcelli nun auch beruflich ein neues Kapitel. Und sie knüpft nahtlos an ihren bisherigen Erfolg an. Sogar der grüne Michelin-Stern, den sie sich in einem Hotel in Pflersch erkocht hatte, strahlt nach so kurzer Zeit auch über dem Lokal in Mühlen in Taufers. Er bestätigt ihren kompromisslosen kulinarischen Weg der Regionalität und Nachhaltigkeit, auf dem sie 34 Bauern und ein begeistertes Küchenteam unterstützen. <BR /><BR />Weil sie so sehr liebt, was sie beruflich macht, können ihr weder Termindruck noch Überstunden etwas anhaben. Sogar ihre Freizeit verbringt Tina Marcelli in jüngster Zeit immer öfter in der Küche. <BR /><BR />Drei Kochbücher hat sie bereits geschrieben – allesamt mit Kindern und für Kinder und das neueste mit traditionellen Rezepten („Kinder kochen Südtiroler Klassiker“, Athesia Tappeiner). <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256916_image" /></div> <BR /><BR />Kinder sind der zweifachen Tante – und mittlerweile sogar Großtante – ein Herzensanliegen: „Sie werden es sein, die morgen in unseren Küchen stehen und wertvolle Südtiroler Traditionen fortsetzen werden – aber nur, wenn wir Erwachsene ihnen die Begeisterung fürs Kochen und für gutes Essen vermitteln.“<BR /><BR /> Genau von dieser Begeisterung lebt auch Tinas und Kims gemeinsames „Kind“: die im März in Luttach eröffnete Kochschule, der sie den Namen „Genussmomente“ gegeben haben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256919_image" /></div> <h3> Malen, Zeichnen und Klavierspielen</h3>Tina Marcelli scheint unermüdlich in ihrem Tun. Offensichtlich braucht sie nur wenig Schlaf, denn mitunter bleibt sogar außerhalb der Küche noch Zeit für Kreativität. <BR /><BR />„Beim Malen und Zeichnen schalte ich wunderbar ab“, verrät sie. Karikatur, Landschaftsbild oder Porträt – was das Gefühl gerade hergibt, entsteht auf dem Papier. Meist auf einem herkömmlichen DIN-A4-Zeichenblatt, das nach der Vollendung in einer Künstlermappe landet – oder, wenn's gefällt, in einem Bilderrahmen an der Wand. Abschalten kann Tina auch bei Musik. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256922_image" /></div> <BR /><BR />Was ihr im Ahrntal allerdings noch fehlt, ist ein Klavier. Das anspruchsvolle Instrument hat sie für sich entdeckt, als sie vor Jahren für kurze Zeit die Lehrerbildungsanstalt besuchte – „ich hatte mir eingebildet, doch etwas anderes als Kochen zu lernen“. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72894764_listbox" /><BR /><BR />Die Schule gab sie wieder auf, das Klavierspielen nicht. Sie spiele nicht gut, sagt sie, aber gern. Deshalb wird früher oder später ein Instrument in der Wohnung stehen. <h3> Heavy Metal und Thriller zur Entspannung</h3>Beim Hören von Musik hat die Spitzenköchin hingegen einen völlig anderen Geschmack. Da darf es ruhig mal härter sein. Rockmusik oder Heavy Metal, gern von Metallica, bringen die 39-Jährige in Schwung.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256925_image" /></div> <BR /><BR /> Und auch vor dem Einschlafen liebt sie härtere Kost, vor allem schaurige Thriller. Sebastian Fitzeks „Der Nachbar“ liefert ihr im Moment genau jene Portion Gänsehaut, die sie braucht, um ins Reich der Träume zu gleiten.<BR /><BR /><embed id="dtext86-72894428_listbox" />