Freitag, 20. September 2019

„Traum wird wahr“: Eisbrecher „Polarstern“ startet Richtung Arktis

Der deutsche Eisbrecher „Polarstern“ startet in sein bislang wohl größtes Forschungsabenteuer: Das Schiff des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (Awi) soll am Freitagabend (gegen 20.30 Uhr) von Tromsø im Norden Norwegens aus zur Mammutexpedition „Mosaic“ aufbrechen. „Es passiert. Es passiert wirklich“, sagte Forschungsleiter Markus Rex am Freitag bei einer Pressekonferenz in Tromsø. Es fühle sich ein wenig unwirklich an, dass die Arktis-Expedition nach Jahren harter, intensiver Arbeit wirklich beginne. „Ein Traum wird wahr.“

Der Eisbrecher „Polarstern“ soll am Freitagabend von Tromsø im Norden Norwegens aus zur Mammutexpedition „Mosaic“ aufbrechen.
Der Eisbrecher „Polarstern“ soll am Freitagabend von Tromsø im Norden Norwegens aus zur Mammutexpedition „Mosaic“ aufbrechen. - Foto: © APA/AP

Ein Jahr lang wird das Forschungsschiff mit dem Meereis durch die zentrale Arktis driften. Die Forscher lassen die „Polarstern“ dafür im Eis einfrieren. Die beteiligten Wissenschaftler aus fast 20 Ländern, die während der Reise mehrfach ausgewechselt werden, wollen mit ihren Messungen vor allem den Einfluss der Arktis auf das Weltklima besser verstehen lernen. Sie erhoffen sich einen Meilenstein für die Klimaforschung.

Kurz vor dem Auslaufen traf das Expeditionsteam am Freitag die letzten Vorkehrungen für die Reise. „Das wuselt hier wie ein Ameisenhaufen. Wir haben das eine oder andere Last-Minute-Problem, aber das kriegen wir alles hin. Heute Abend wird ausgelaufen“, sagte Rex der Deutschen Presse-Agentur. Entscheidend sei, dass zum Start nichts fehle. „Wir dürfen jetzt nichts vergessen. Wir können nicht einfach in den nächsten Laden gehen und etwas nachkaufen.“

Eine Arktis-Expedition in dieser Größenordnung hat es laut Rex noch nie gegeben. Die Polarstern hat Platz für eine Schiffscrew von bis zu 44 Personen sowie maximal 55 Wissenschaftler und Techniker, die in 9 Laboren ihren Forschungsarbeiten nachgehen können. Die Arktis spielt eine wichtige Rolle im globalen Klimawandel.

dpa

stol