Die Musikkapelle Latzfons lässt sich immer wieder etwas einfallen, um ihre und auch landesweit Musikanten zu motivieren und natürlich zum alljährlichen Musikfest zu laden. So war es auch heuer. Ansinnen war ein Weltrekordversuch im gemeinsamen Musizieren, zu dem die Musikkapelle Tenorhorn-, Euphonium- und Bariton-Spieler aus Südtirol und darüberhinaus einlud.Es geht um "die Hetz""Denn einen Rekord auf diesem Instrument gab es bislang noch keinen", erklärt Organisator und Ideengeber Andreas Mitterrutzner.Anfangs wolle man sich noch fürs Guinness-Buch bewerben, doch nach Zahlungsaufforderungen, um überhaupt in die Auswahl dafür zu kommen, sah man davon ab und kontaktierte die Macher des alternativen Buches der Weltrekorde."Dort sind auch die Rekorde mit der längsten Feuerwehrleitung am Kronplatz oder der weltlängste Rodelzug in Obereggen vermerkt", so Mitterutzner. Und im Grund gehe es um die "Hetz, das Beisammensein, das gemeinsame Musizieren und darum, dem Tenorhorn, das heute bei modernen Stücken in den Hintergrund rückt, in dem Mittelpunkt zu stellen." Erfreut über den Rekord (v.l.): Sepp Pfattner, Rainer Stiassny, Oswald Kollmann, Georg Hasler, Magdalena Amhof und Andreas Mitterrutzner. Das notwendige Notenmaterial wurde den eingeschriebenen Teilnehmern im Vorfeld zugesandt.Anstecknadel als ErkennungsmarkeAm Samstag war es dann soweit: Im Festzelt wurde die Registrierung vorgenommen. Jeder Teilnahme musste sich mit Namen und zugehöriger Musikkapelle anmelden und bekam dann eine Anstecknadel in Form eines Tenorhorns als Erkennungsmarke."Es war spannend zu beobachten wie sich das Zelt mehr und mehr füllte und Tenorhörner in allen Formen und Lackierungen glänzten", beschreibt ein Teilnehmer aus den Reihen der Terlaner Delegation die Stimmung.253 Tenorhornspieler hatten sich eingefunden"Wenn man annimmt, dass es in Südtirol rund 700 bis 800 Tenorhornspieler gibt, dann können wir überaus zufrieden sein", sagt Mitterutzner über die angetretenen 253 Musikanten. Die Tenorhornspieler wurden gruppenweise (je nach Stimme) auf die Bühne gerufen. Zwei Stücke sollten so sechsstimmig gespielt werden. Die meisten Musikanten waren aus Südtirol, so manche aus Österreich, Deutschland und gar einige aus dem Trentino angereist.Zur feierlichen Einstimmung wurde die irische Volksweise „Londonderry Air“ vorgetragen. Es folgte der „Böhmischen Traum“, eine in Blasmusikkreisen häufig und gern gespielte Polka, bei der gerade das Tenorhorn zur Geltung kommt.Am Ende folgte tosender Applaus und eine Zugabe. "Bedingung war, dass wir über eine Minute lang gemeinsam spielen, was wir ja auch gemacht haben - so an die zehn Minuten", freut sich der Organisator.Und der Lohn für die Musikkapelle Latzfons und alle Teilnehmer: ein Eintrag ins alternative Buch der Weltrekorde. stol/ker