Samstag, 13. März 2021

Trump-Anwalt Giuliani für Schmähpreis „Goldene Himbeere“ im Rennen

Dem Anwalt des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, Rudy Giuliani, ist eine zweifelhafte Ehre zuteil geworden: Für seinen Auftritt in der Satire „Borat Anschluss Moviefilm“ wurde er gleich in 2 Kategorien für den Spott-Filmpreis „Goldene Himbeere“ nominiert. Die Verleiher der „Goldenen Himbeere“ oder „Razzies“ gaben die Nominierungen für die nicht ganz ernstzunehmenden Preise am Freitag (Ortszeit) bekannt.

Trumps Anwalt Rudy Giuliani ist gleich zweifach für die „Goldene Himbeere“ nominiert.
Trumps Anwalt Rudy Giuliani ist gleich zweifach für die „Goldene Himbeere“ nominiert. - Foto: © APA (AFP) / GENT SHKULLAKU
Der ehemalige New Yorker Bürgermeister beteiligte sich unwissentlich an dem Film – er war von den Machern unter falschen Vorwänden in ein Hotelzimmer gelockt und gefilmt worden.

Die Szene zeigt Giuliani in einer kompromittierenden Situation. Er ist bei einem Flirt mit einer jungen Frau auf einem Hotelbett zu sehen, die sich als Reporterin ausgab. Dabei steckt er sich scheinbar die Hand in die Hose.

Giuliani hatte die Szene noch vor dem Erscheinen des Films als „pure Fälschung“ bezeichnet. In den sozialen Medien schrieb der 76-Jährige, er habe nur sein Hemd in seine Hose gesteckt, zu keinem Zeitpunkt habe er sich „unangemessen verhalten“.

Auch Robert Downey Jr. und Anne Hathaway nominiert

Auch „Iron Man“-Star Robert Downey Jr. (55) und Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway (38, „Les Misérables“) könnten Ende April mit Hollywoods Spottpreisen ausgezeichnet werden. Downey Jr. landete mit seiner Tierarzt-Rolle in „Die fantastische Reise des Dr. Dolittle“ in der Sparte „Schlechtester Hauptdarsteller“. Hathaway ist für den Netflix-Film „The Last Thing He Wanted“ und „Hexen hexen“ als schlechteste Hauptdarstellerin im Rennen. Mit ihr sind unter anderem Kate Hudson („Music“) und Katie Holmes („The Secret – Traue dich zu träumen“) nominiert.

In der Sparte „Schlechtester Film“ treffen etwa das polnische Erotik-Drama „365 Tage“, der Gruselfilm „Fantasy Island“ und der Musical-Film „Music“ – das Regiedebüt der Sängerin Sia – aufeinander. Mit jeweils 6 Nominierungen sind „365 Tage“ und „Die fantastische Reise des Dr. Dolittle“ die Top-Kandidaten bei der 41. Spottpreisverleihung.

In den Nebenrollen-Sparten kann es neben Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani unter anderen Glenn Close („Hillbilly Elegy“), Kristen Wiig („Wonder Woman 1984“), Arnold Schwarzenegger („Iron Mask“) oder Bruce Willis („Hard Kill“) treffen.

Sonderpreis für das „Schlimmste Kalenderjahr aller Zeiten“

Die Razzie-Trophäe für das schlechteste Leinwandpaar könnte an Harrison Ford als Goldsucher in dem Abenteuerfilm „Ruf der Wildnis“ gehen – zusammen mit dem „total unecht“ wirkenden digital erstellten Hund Buck, befanden die Preisverleiher. Wegen der Corona-Krise gibt es zudem eine Sondertrophäe für 2020 als „Schlimmstes Kalenderjahr aller Zeiten“. Vor einem Jahr hatten die Juroren das von Kritikern verrissene Filmmusical „Cats“ mit 6 Schmähpreisen überhäuft.

Die „Razzies“ waren 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen worden. Mehr als 1100 Mitglieder aus den USA und 2 Dutzend weiteren Ländern sollen an der Abstimmung beteiligt sein.

Die Nominierten bleiben der Witz-Show normalerweise fern. Eine Ausnahme machten „Catwoman“ Halle Berry (2005) und auch Sandra Bullock, die 2010 den Spottpreis für „Verrückt nach Steve“ persönlich abholte.

Die Verkündung der „Gewinner“ erfolgt traditionell am Vortag der Oscar-Gala, die in diesem Jahr am 25. April über die Bühne gehen soll. Am Montag gibt die Filmakademie in Hollywood die Oscar-Nominierungen bekannt.

apa/afp/dpa/stol