Samstag, 02. Dezember 2017

Tscherms: „Weil der Markt Tradition ist“

Er ist schon fast zu einem Dorffest geworden – die Rede ist vom traditionellen Goas- und Krämermarkt, der am Samstag wieder große Menschenscharen aus allen Südtiroler Landesteilen nach Tscherms gelockt hat.

Die Schweine, Schafe und Ziegen sind ein Hingucker auf dem Markt und bringen immer wieder Kinderaugen zum Leuchten.
Die Schweine, Schafe und Ziegen sind ein Hingucker auf dem Markt und bringen immer wieder Kinderaugen zum Leuchten.

Alljährlich heißt es am ersten Samstag im Dezember „Auf geats zum Nikolausmarkt in Tscherms“. Bereits vor Jahrzehnten zum ersten Mal organisiert, ist der Tschermser Goas- und Krämermarkt, auch Tschermser Nikolausmarkt genannt, mittlerweile zu einer unverzichtbaren Tradition geworden. Auch am Samstag reisten wieder zahlreiche Händler und Marktbesucher aus Nah und Fern an, um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Ein Erlebnistag für Jung und Alt

Während zu Beginn primär Bauern den Markt besuchten, gesellen sich seit einigen Jahren immer mehr Familien unter die Marktbesucher. Speziell viele junge Gesichter waren am Samstag in Tscherms vor Ort. „Wir sind schon des Öfteren hier gewesen, weil man viele Freunde trifft und der Markt einfach Tradition ist“, erklären 4 junge Tschermser.

Auch viele Kinder und Jugendliche besuchten den Markt. V.l.n.r. Alex Marsoner,  Barbara Schrötter, Lea Schweigkofler und Katharina Margesin mit einem Krampus. - Foto: Melanie Mair

Der Grund für den Andrang bei Jung und Alt: Der Markt hat sich zu einem Erlebnistag entwickelt. Zum einen wird ausschließlich einheimische Ware angeboten. Vor allem Bergbauern lassen mit ihren Produkten wie Käse, Speck, Brot, Honig und Kräutern dem ein oder anderen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Einem Händler zufolge sei der Markt eine gute Möglichkeit, um die eigenen Erzeugnisse vorzustellen und, um neue Kunden zu gewinnen.

Zum anderen sind insbesondere die Schweine, Schafe und Ziegen, die ausgestellt werden, ein Hingucker auf dem Markt und bringen immer wieder Kinderaugen zum Leuchten. Auch landwirtschaftliche Maschinen werden zur Schau gestellt.

Seit 2014 weht ein frischer Wind

Dass so viele Menschen wie in diesem Jahr den Tschermser Markt besuchten, ist aber keine Selbstverständlichkeit. „Vor einigen Jahren ist das Interesse am Markt abgeflaut“, erklärt Astrid Kuprian, Wirtschafts- und Kulturreferentin der Gemeinde Tscherms und als solche Vorsitzende des Marktkomitees. „Dies wurde im Jahr 2014 zum Anlass genommen, ein neues Marktkomitee zu gründen, dessen Mitglieder den Markt wiederbeleben und die Tradition wieder aufleben lassen wollten.“

In der Tat wurde dem Markt neuer Geist eingehaucht: Stolze 26 Stände zählte er in diesem Jahr.

Kuprian unterstreicht besonders die Bedeutung der Vereine im Dorf, die sich jedes Jahr engagieren und verschiedene Produkte anbieten. Unter anderem begeisterte die Feuerwehr mit ihrer Sauren Suppe, die Schützen verköstigten ihre Gäste mit Gerstuppe und Mus, eine Delegation der Partnergemeinde Grassau verkaufte Weißbier und Weißwürste und noch viele weitere Vereine wie der Kirchenchor, der Pfarrgemeinderat, die Jäger, die Bäuerinnen und die Falschaurer Grottenteifel boten ihre Produkte den Marktbesuchern an.

Sehr begehrt war das Mus der Tschermser Schützen. - Foto: Melanie Mair

Kuprian wünsche sich für die Zukunft, dass der Markt ein Vieh- und Krämermarkt bleibe und zu keinem überfüllten Konsummarkt werde. Der Tschermser Markt solle „traditionell und heimelig“ bleiben. Genau diese Eigenschaften scheinen zum Erfolg des Marktes zu führen, denn sowohl viele Händler als auch Besucher versicherten: Sie werden am 1. Dezember 2018 wieder kommen.

stol/mai 

stol