<b>+ von Andreas Lamprecht</b><BR /><BR />Unter dem Motto „Alle unter einem Dach“ führten Stefanie Unterthiner von der Genossenschaft b*coop und Architekt Harald Pichler die Besucher durch das ehemalige Kurhaus Guggenberg. Nach 6 Jahren Leerstand wird die Immobilie ab Mai 2025 neu belebt. Für die kommenden 22 Jahre stellt die Stiftung Sparkasse das Gebäude der Trägergemeinschaft „Guggenberg GmbH – soziales Unternehmen“ zur Verfügung, an der Kolping Brixen und b*coop beteiligt sind. <BR /><BR />„Unser Ziel ist es, das Gebäude den Brixnern zugänglich zu machen, leistbaren Wohnraum zu schaffen und Büros einzurichten, in denen verschiedene Generationen gemeinsam arbeiten und leben können“, erklärte Pichler. Weitere Projekte, wie die Einrichtung eines Kindergartens im unteren Bereich oder einer Bibliothek, befänden sich noch in der Planungsphase.<h3> 5 Zielgruppen identifiziert</h3>„Beim Thema Wohnen haben wir 5 Zielgruppen identifiziert: Studierende, die eine lebendige Dynamik einbringen, Arbeitende, die die Unterkunft als Starthilfe nutzen können, Familien, die von den Gegebenheiten profitieren, sowie Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen“, erläuterte Unterthiner. Letztere werden in sogenannten Trainingswohnungen leben, um Fähigkeiten zu erlernen, die ihnen ein autonomes Leben ermöglichen.<BR /><BR />Auch für Nichtbewohner soll die Anlage ein attraktiver Aufenthaltsort sein. Besonders der Garten soll ein Ort der Erholung und als kreativer Treffpunkt für alle Brixner sein. „Ein Wohnzimmer für Brixen, wo jeder sich wohlfühlt“, sagte Pichler. <BR />Am Ende der Führung versammelten sich zahlreiche Interessierte im Anreiterkeller, um an der Diskussionsrunde zum Thema „Wohnmodelle der Zukunft“ teilzunehmen. Unter der Moderation der Journalistin Valentina Gianera kamen Experten zu Wort, darunter Leonhard Resch, Leiter des Referats für soziales Wohnen bei der KVW Arche, Philipp Rier, Architekt und Mitbegründer des Lia Collective, das sich auf kooperative und ökologisch nachhaltige Wohn- und Lebensformen spezialisiert hat, sowie Martina Dandolo vom Verein „La Foresta“. <h3> Sind das die Lösungen für die Wohnraumprobleme?</h3>Sie berichtete, dass der Verein sich mit alternativen Wohnformen beschäftigt und dabei besonders auf das deutsche Projekt „Mietshäuser Syndikat“ blickt. Dieses Modell ermöglicht gemeinschaftliches und bezahlbares Wohnen, indem Immobilien gekauft und dauerhaft im Besitz der Gemeinschaft gehalten werden, wodurch die Mietpreise stabil und niedrig bleiben. Die Bewohner entscheiden gemeinsam über das Zusammenleben und die Verwaltung des Hauses. „In Deutschland gibt es bereits seit den 1980er Jahren über 200 solcher Syndikat-Häuser“, sagte Dandolo. In Italien stecke das Modell noch in den Anfängen.<BR /><BR />Philipp Rier stellte das Konzept der Wohngemeinschaft als Wohnprinzip vor, bei dem Menschen zusammenleben, ohne verwandt oder verschwägert zu sein. WGs böten zahlreiche Vorteile, wie geteilte Miet- und Nebenkosten sowie die Förderung sozialer Kontakte. „Besonders für Studierende, die sich teure Wohnheime nicht leisten können, ist dies eine attraktive Lösung“, meinte Rier.<BR /><BR />Leonhard Resch betonte, dass das Land Leerstände wieder zugänglich machen sollte, anstatt neue Flächen zu bebauen. Dies sei eine umweltschonende und nachhaltige Lösung, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Alle 3 waren sich einig, dass solche Ansätze wichtige Beiträge zur Lösung des Wohnproblems in Südtirol darstellen.