Nachdem wir Algund verlassen haben, dessen Besiedlung nach dem Ausweis gleich mehrerer vorgeschichtlicher Menhire in früheste Zeiten zurückreicht, wandern wir auf markierten Wegen im Bereich des Grabbaches fast gemütlich durch Obst- und Weingüter zum Fuß der steilen Berghänge an der Südseite der Texelgruppe.<BR /><BR />Von da an geht es großteils durch Waldungen steil bergan. Ab und zu durchqueren wir auch gerodete Lichtungen und kommen dabei an einzelnen Höfen und Häusern vorbei, einmal überquert eine Brücke den Bachgraben, in dessen unterem Abschnitt ein steinzeitliches Beil gefunden wurde, und oberhalb des Birbamegghofes springt ein Felsblock vor, der auf seiner Oberfläche mehrere sogenannte Schalen trägt, nämlich von Menschenhand geschaffene Grübchen unbekannter Zweckbestimmung. <BR /><BR />Und dann betreten wir die ausgedehnte Rodungsinsel von Vellau mit ihren verstreuten Berghöfen und ein paar Gastbetrieben, mit Obstanlagen, mächtigen Kastanienkronen und seinem Gotteshaus. Die am Steilhang stehende, weithin sichtbare Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit wurde im Jahre 1895 an der Stelle einer 1742 erbauten Josefskapelle errichtet.<BR /><BR />Über uns steigen die Wald- und Felshänge empor zum Südkamm der Texelgruppe, der so bekannte Gipfel wie den Tschigat, die Rötelspitze und die Mutspitze trägt, tief unter uns liegt die Stadt Meran mit ihren umliegenden Ortschaften, und von dort zieht das breite Etschtal südwärts, gesäumt vom Tschögglberg im Osten und dem Mendelkamm mit dem markanten Gantkofel im Westen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="871085_image" /></div> <BR /><BR />Für den Abstieg wählen wir den uralten Weg, über den man einst die Verstorbenen zu Tal trug und der deshalb Totengassl genannt wurde, während er heute meist als Schlunden-steinweg bekannt ist. An diesem Weg ragt nämlich der gleichnamige Felszahn auf, an dessen Fuß sich zwischen kleineren Felsblöcken sagenumwobene Klüfte, Gänge und und Höhlungen – die „Schlunden“ – hinziehen.<BR /><BR />Schließlich überqueren wir noch den bekannten Algunder Waal, in dem freilich noch kein Wasser fließt, und dann beendet ein hübscher Pflasterweg unsere Wanderung durch ein landschaftlich, naturkundlich und kulturhistorisch gleichermaßen erlebenswertes Gebiet.<h3> Baudenkmäler auf der Tour</h3>Am Beginn der Wanderung haben wir den hohen Spitzturm der heutigen Pfarrkirche von Algund vor uns und blicken auch hinauf zum Schloss Tirol – 2 Bauwerke, die wohl den meisten Besucherinnen und Besuchern dieser Gegend bekannt sind.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="871088_image" /></div> <BR /><BR />Aber beim Aufstieg liegen auch 2 andere historische Baudenkmäler im Blickfeld, nämlich die ins 12. Jahrhundert zurück reichende Alte Pfarrkirche von Algund und das Schloss Thurnstein mit seinem massiven Bergfried.<h3> Die Tour im Überblick</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="871091_image" /></div> <BR /><Gotham_Bold>Wegverlauf:</Gotham_Bold> Anfahrt nach Algund bei Meran. Von dort (Dorfmitte, Nähe Pfarrkirche; 355 m) über die Alte Landstraße ostwärts bis zum nordwärts abzweigenden Weg 25 A und auf diesem über den Damm des Grabbaches mäßig ansteigend zu den Höfen Locher und Blumenthal. Nun auf dem Weg 25 hinauf zum Gasthaus „Ebeneich“ (671 m; derzeit geschlossen), weiterhin auf Weg 25 durch Wald empor zum Birbamegghof (848 m, bald darauf unter dem Weg der erwähnte Schalenstein), dann in Kehren durch steilen Wald empor zum Gasthaus „Oberlechner“ und hinüber zum Bereich der Kirche von Vellau (966 m; ab Algund 2 Std.). <BR /><BR />Abstieg: Auf der schmalen Straße kurz westwärts zum Gasthof „Ladurner“, von dort mit Markierung 25 A zuerst auf der Vellauer Straße und dann auf dem Altweg durch Laubwald hinunter zum „Schlundenstein“, durch Wald und Weinberge weiter hinab zum Algunder Waal (Gaststätte „Konrad“) und den Wegweisern „Dorfmitte“ folgend zurück zum Ausgangspunkt (ab Vellau 1<EinHalb></EinHalb> Std.).<BR /><BR /><Gotham_Bold>Höhenunterschied:</Gotham_Bold> 611 m<BR /><BR /><Gotham_Bold>Gesamtgehzeit:</Gotham_Bold> ca. 3<EinHalb></EinHalb> Std.<BR /><BR /><Gotham_Bold>Orientierung und Schwierigkeit:</Gotham_Bold> Problemlose Rundtour, die Altwege jedoch teilweise recht steil, daher Begehung bei Nässe nicht ratsam. Die Gastbetriebe im März voraussichtlich nur an den Wochenenden geöffnet, diesbezüglich informiere man sich vor Antritt der Wanderung.<BR /><Gotham_Bold><BR />Wanderkarten 1:50.000:</Gotham_Bold><BR />Kompass, Blatt 53 (Meran) – <Gotham_Bold>1:25.000:</Gotham_Bold> Tabacco, Blatt 011 (Meran und Umgebung)<BR /><BR />