Und während sie im Begriff ist zu verbluten, steht da ein Mann und fotografiert sie mit seinem Handy – mit dem Rücken zum Geschehen, in Pose geworfen, damit man seine grinsende Fratze nur ja gut sieht auf dem Sensations-Selfie mit der Frau, die zu verbluten droht… <BR /><BR />Wie abgestumpft, krank und kaputt muss man sein, um sich grinsend aufzugeilen am Elend eines anderen, und das dann auch noch zu posten? <BR /><BR />Zugegeben, ein besonders drastisches Beispiel! Doch Obszönitäten wie diese wuchern im Fleisch einer Zivilgesellschaft wie Krebs, der lange schon Metastasen ausgebildet und gestreut hat. Denn wohin man auch schaut. Unfalltouristen und Gaffer, die ihre eigene Bedeutungslosigkeit mit dem Unglück anderer aufpeppen, sie gehören zunehmend zum Alltag von Helfern. Für mich haben Gaffer und Starrer allesamt Blut an den Händen, weil sie Einsatzkräfte und Rettungswägen blockieren… Schaulustige, die Schwerverletzte mit ihrer Ignoranz zum Tode verurteilen? WAS für ein unsäglicher Zustand, der nach harten Strafen schreit! So richtig zur Kasse müsste man sie bitten. Und zwangsverpflichtend zum Psychologen würde ich sie sowieso alle schicken – natürlich auf eigene Kosten! <BR /><BR />Das betrifft auch jene 20 „Zaungäste“, die letzte Woche in Bozen zugesehen haben, wie eine 39-Jährige gegen 23 Uhr auf der Höhe des Petrarca-Parks von einer Jugendbande ins Krankenhaus geprügelt wurde. Dass die Schaulustigen die Schläger gewähren ließen, ist verständlich! Dass kein einziger (!) von ihnen die Polizei gerufen hat, mögen sie mir bitte erklären. Aber dazu bräuchte es wohl auch Zivilcourage. Und die ist für Feiglinge ein Fremdwort!<BR /><BR />