„Perseverance“ nennt sich die 22 Meter lange Rennjacht, auf der Fabian Seyr die vergangenen Monate mit einer 20-köpfigen Segelcrew mitsamt Profiskipper zubrachte, um ausgehend von London über Spanien bis nach Uruguay und schließlich mit Zwischenstopp in Südafrika bis nach Australien zu segeln.<BR /><BR />Perserverance bedeutet soviel wie Durchhaltevermögen, Ausdauer, Beharrlichkeit. Genau diese Eigenschaft war auf hoher See im besonderen Maße gefragt, sei es auf mentaler wie auf körperlicher Ebene. „Die Atlantik-Überquerung war einfacher als gedacht, weil die Verhältnisse optimal waren, dafür wurden wir auf der langen Etappe von Kapstadt nach Australien richtig auf die Probe gestellt“, weiß der Amateursegler aus Bozen zu berichten. So machten starke Stürme mit bis zu 55 Knoten Windstärke und 6 bis 7 Meter hohe Wellen den Seglern immer wieder das Leben schwer.<BR /><BR />„Wenn es kalt, nass und dunkel ist und bei solch widrigen Bedingungen die notwendigen Manöver durchzuführen sind, so zehrt das arg am eigenen Befinden“, beschreibt er die Strapazen der vergangenen Wochen. <h3> 30.000 Kilometer in 80 Tagen</h3>Unterm Strich war der Bozner, der in Kapstadt seinen 45. Geburtstag feierte, zusammen mit einer bunt zusammengewürfelten Crew unter dem Kommando der holländischen Profiskipperin Ineke van der Weijden 80 Tage mit der „Perseverance“ unterwegs, dabei kamen 16.295 Seemeilen (rund 30.000 Kilometer) zusammen. Der Teilnahme ging wie berichtet ein längerer Auswahlprozess voraus. Ein tollkühnes Abenteuer für einen, der im Alltag einem gewöhnlichen Bürojob im Dienstleistungssektor nachgeht.<BR /><BR />Eine derart intensive Erfahrung klingt natürlich lange nach und prägt die eigene Persönlichkeit, entsprechend fällt Fabian Seyrs Fazit aus: „Ich habe sehr viel lernen dürfen, konnte viele tolle Leute von überall her kennenlernen und bin durch diese großartige Erfahrung sicherlich auch gewachsen.“ Wenn man zusammen im Team auf engstem Raum bei allen Wettern bis ans Ende der Welt segelt, so schweißt dies natürlich zusammen – kein Wunder, wenn wildfremde Individuen in kürzester Zeit zu Freunden werden. So hat auch der 45-jährige Bozner eine Vielzahl an tollen Gesprächen in Erinnerung, so hat auch er einige innige Freundschaften geschlossen.<h3> Freemantle City – Zielhafen der 4. Etappe </h3>Etwas später als geplant erreichte die „Perseverance“ am 14. Dezember Freemantle City nahe Perth, den Zielhafen der 4. Etappe an der australischen Westküste, womit sein Hochseeabenteuer beendet war. Einige Tage verbrachte er, der erst seit 2019 den Segelschein hat, wie geplant in Australien, ehe es am 21. Dezember mit dem Flieger wieder zurück nach Südtirol ging. Am meisten habe er sich gefreut, Weihnachten daheim im Kreise seiner Familie und seiner Freunde zu feiern, Umstellungsschwierigkeiten habe er keine vernommen.<BR /><BR />Unterdessen ist die seit 1995 ausgetragene Hochseeregatta noch lange nicht beendet. Für die 11 baugleichen Rennjachten geht es nun von Australien weiter nach China und dann winkt mit der langen Pazifiküberfahrt die ultimative Herausforderung für alle Beteiligten, ehe für die abschließende 8. Etappe erneut London angesteuert wird.<BR /><BR />Dabei bekommen an Bord der „Perseverance“ einige ehemals krebskranke Menschen die Möglichkeit, dieses einzigartige Abenteuer mitzuerleben. Eigenschaften wie Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit bekommen dann nochmals eine andere Bedeutung.