Von Süden, etwa vom Jaufengebiet her betrachtet, zeigen sich die Telfer Weißen als formschöne, ausgeprägte Dolomitspitzen, während sie zu unserem Weg herab, der an der Bergstation der Rosskopf-Seilbahn beginnt, eher als wuchtiger Bergaufbau erscheinen. Es handelt sich jedenfalls um die 3 höchsten Gipfel einer zwischen dem Ridnauntal und dem Pflerschtal den dunkleren Schiefergesteinen aufgesetzten Berggruppe aus Trias-Dolomit, die man, nach dem auf der Ridnauner Seite gelegenen Doppeldorf Telfes, eben als die Telfer Weißen bezeichnet - analog etwa zu den Schneeberger oder Ratschinger Weißen weiter im Westen.<BR /><BR />Haben wir von Sterzing aus mit der Umlaufbahn bequem die Höhen des Rosskopfs erreicht, geht es zunächst auf hübschem Höhenweg nahezu eben zum Beginn des eigentlichen Aufstiegs, der kurz vor der Kuhalm den Höhenweg verlässt. Im Bereich der letzten Fichten geht es auf dem bestens markierten Fußpfad hinauf zu einem alten Brunnentrog, der letzten Trinkwasserstelle, und dann an den vom schwarzen Alpensalamander bewohnten Grashängen weiter empor zu der zwischen Telfer Weißen und Rosskopf eingeschnittenen Ochsenscharte.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="920557_image" /></div> <BR /><BR />Hier blicken wir hinüber zu den Felszacken des Schleyergrates, der auf der Pflerscher Seite absinkt und zusammen mit den Telfer Weißen die erwähnte Dolomitgruppe bildet. Und wir haben den schmalen Gratrücken vor uns, über den der Steig, vorbei an kleinen, von Kaulquappen und Bergmolchen besiedelten Almteichen, zum breiten Hang des Ostgipfels führt.<BR /><BR />Oben dann, nahe dem besagten Ostgipfel, beginnen die fixen Sicherungen. Zuerst geht es durch die Felskluft des „Kamins“ steil hinab und schließlich über einen luftigen, großteils ebenfalls gesicherten Felspfad empor zum Kreuz, das am Südsporn des Hauptgipfels steht und ins Ridnauntal hinunter grüßt.<BR /><BR />Über dem markanten Westgipfel der Telfer Weißen breiten sich die vergletscherten höchsten Gipfel der Stubaier Alpen vor uns aus sowie rechts anschließend die unverkennbaren Tribulaunberge. Aber auch Ötztaler, Sarntaler und Zillertaler Alpen und natürlich die Dolomiten gehören zum Panorama.<BR /><BR />Der Gipfelrast folgen die kurze Kraxelei wieder hinab zum Kamin und der Gegenanstieg durch diesen, bevor uns die problemlose Aufstiegsroute über das, was man Gehgelände nennt, wieder zum Ausgangspunkt zurückbringt. <h3> Der Kamin</h3><div class="img-embed"><embed id="920560_image" /></div> <BR />Haben wir beim Aufstieg problemlos die Dolomitfelsen der Telfer Weißen und eine Felskante des Ostgipfels erreicht, geht es urplötzlich steil durch einen schattigen, düsteren, etwa 10 Meter tiefen Felsschlund hinab. Dies ist der sogenannte Kamin und das Gruselstück der Telfer Weißen. Doch Stahlseile und Trittbügel erleichtern den Abstieg, bevor der kurze Klettersteig am Sonnenhang weiter zum Hauptgipfel führt. <BR /><h3> Die Tour im Überblick</h3><?SchriftWeite SchriftWeite="98ru"> <Gotham_Bold>Wegverlauf:</Gotham_Bold> Von Sterzing zunächst mit der Umlaufbahn (Talstation beim Nordparkplatz, 950 m) hinauf zur Bergstation am Rosskopf (1840 m; Gastbetrieb). Von da auf Weg 23 (Wegweiser „Ochsenscharte“ und „Telfer Weißen“) nahezu eben durch Wald und Grashänge 20 Min. westwärts, bis rechts der Steig zur Ochsenscharte abzweigt (Wegweiser; unweit davon die Kuhalm). Weiterhin mit Nr. 23 durch die zunächst noch schütter bewaldeten Grashänge hinauf zur Ochsenscharte im Kamm zwischen Telfer Weißen und Rosskopf (2168 m), links auf dem Steig 23 ein gutes Stück dem Kamm nach und dann in Dolomit am Berghang hinauf zum kurzen Südgrat des Ostgipfels (ca. 2550 m). Nun durch den Felskamin (Stahlseil und Trittbügel) steil hinab, dann kurz hinauf in die Scharte zwischen den beiden Gipfeln und über steilen Fels (wieder Halteseile und Trittbügel) empor zum Hauptgipfel (2588 m; ab Ausgangspunkt 3 Std.). <BR /><BR />Abstieg: Über die beschriebene Aufstiegsroute (2 Std.). Oder auf dem Umweg über die Ochsenalm, der unterhalb der Ochsenscharte abzweigt (Wegweiser „Telfer Almen“).<BR /><BR /><Gotham_Bold>Höhenunterschied:</Gotham_Bold> 748 m<BR /><BR /><Gotham_Bold>Gesamtgehzeit:</Gotham_Bold> ca. 5 Std.<BR /><BR /><Gotham_Bold> <?SchriftWeite SchriftWeite="94ru">Orientierung und Schwierigkeit<?_SchriftWeite>:</Gotham_Bold> Bis zum erwähnten Kamin beim Ostgipfel problemlos, der anschließende Ab- und Gegenanstieg im Dolomitfels verlangen hingegen Bergerfahrung, Schwindelfreiheit und etwas Klettersteigübung. <BR /><BR /><Gotham_Bold>Wanderkarten 1:50.000:</Gotham_Bold> Kompass, Blatt 44 (Sterzing) - <Gotham_Bold>1:25.000:</Gotham_Bold> Tabacco, Blatt 038 (Sterzing - Stubaier Alpen)<BR /><?_SchriftWeite>