Mittwoch, 27. Juni 2018

Vor 2 Jahren starb Bud Spencer

Er war der Riesenkerl mit Bart, dem ein Faustschlag auf den Kopf des Gegners genügte, um kurzen Prozess zu machen. Richtig schlimm verletzt war am Ende niemand. Zusammen mit seinem Partner Terence Hill wurde Bud Spencer in den Haudrauf-Filmen der 1970er Jahre zu einem Kult-Duo auf der Leinwand. Doch das war nur die eine Seite seines facettenreichen Lebens. Der Ruhm als Prügelheld stand jedenfalls nicht am Anfang seines Wirkens. Heute vor 2 Jahren starb der beliebte Star.

Bud Spencer ist unvergessen.
Bud Spencer ist unvergessen.

Schauspieler, Jurist, Unternehmer, Leistungsschwimmer, Musikproduzent, Erfinder – all dies hätte gut und gern auf der Visitenkarte des Italieners stehen können. Als Spross einer wohlhabenden Industriellen-Familie in Neapel geboren, machte sich Bud Spencer, der eigentlich Carlo Pedersoli hieß, in den 50er Jahren zunächst als mehrfacher italienischer Schwimmmeister einen Namen. Sogar bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki und 1956 in Melbourne war er mit von der Partie.

Eigentlich wollte er Chemiker werden, brach sein Studium aber ab, weil die Familie nach Südamerika ging. Wieder in Rom studierte er einige Semester Jura und kehrte wenig später erneut nach Südamerika zurück. Nachdem er wieder in Italien war, brachte ihn unter anderem sein Schwiegervater, ein Filmproduzent, mit dem Showbusiness in Kontakt.

Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren

Es war der Beginn der Italo-Western-Zeit und die Kunstfigur Bud Spencer wurde geboren. Wieso eigentlich Bud Spencer? „Spencer, weil Spencer Tracy mein Lieblingsschauspieler war. Und Bud, tja, wie das Bier Bud“, erklärte der bullige Schauspieler einmal das Geheimnis seines Künstlernamens.
Das Erfolgsrezept lag im Zusammenspiel mit seinem Filmpartner Terence Hill, dem schlanken Schönen mit den eisblauen Augen. Der eine – Hill – war chic, clever und bärenstark. Der Andere – Spencer – ebenfalls schlagkräftig, gutherzig und dickköpfig.

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Die Erfolge der beiden kamen reihenweise: „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, „Zwei Missionare“, „Zwei Asse trumpfen auf“. Einfallsreicher wurden die Filme nicht gerade, aber das Rezept stimmte. Das Publikum war begeistert. Die mit der Zeit immer ausführlicheren Schlägereien wurden „kultig“ und Bud Spencer schwerer. „Irgendwann wog ich 160 Kilogramm. Mein Pferd warf sich immer verzweifelt auf den Rücken, sobald es mich kommen sah“, erzählte der Koloss einmal.

„Da rannte nie ein Kind aus dem Kino“

Und dem Sender Tele5 sagte er: „Ich habe bei meinen Filmen nie ein Kind aus dem Kino rennen sehen. Die Kinder lachen, weil sie die Gewalt nicht ernst nehmen. Niemand stirbt, und es fließt fast kein Blut. Wenn Leute in den Filmen von mir geschlagen wurden, standen sie meistens wieder auf und rannten davon.“

Und so bringt es etwa der „Corriere della Sera“ über den „guten Riesen“ auf den Punkt: „Verehrt von jungen Leuten in jedem Land, weil er seine Angelegenheiten prügelnd löste.“ Denn wirklich blutig wurde es am Ende nie. Bud Spencer habe es in seiner langen Karriere geschafft, „ganze Generationen zu unterhalten“, würdigte Italiens Kulturminister Dario Franceschini das Wirken Spencers.

„Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter“

Spencer, der sich seiner Heimatstadt Neapel sehr verbunden fühlte, spielte auch in Filmen wie der deutsch- italienischen Produktion „Banana Joe“ oder „Plattfuß in Afrika“ mit. Bei der Vorstellung seiner Autobiografie vor etwa 7 Jahren sagte er dennoch: „Ich bin kein Schauspieler, ich bin ein Charakter. In diesem Buch steht nur ein Viertel meines Lebens.“

Spencer war ein Familienmensch: 1960 heiratete das Multitalent. Mit seiner Frau Maria blieb er bis zum Schluss zusammen, das Paar hat drei Kinder. Vor 2 Jahren starb der italienische Filmstar im Alter von 86 Jahren. Sein letztes Wort sei „Danke“ gewesen, sagte sein Sohn Giuseppe.

dpa

stol