Lesen Sie hier mehr über diese faszinierenden Tiere, die seltsame Flirttechniken haben, ihre Feinde „in die Flucht stinken“ und sich, um schneller zu verschwinden, buchstäblich ein Bein ausreißen. <BR /><BR />Weberknechte (wissenschaftlich Opiliones genannt) gibt es überall auf der Welt – über 6.600 Arten sind dokumentiert. Die meisten dieser Spinnentiere leben in den Tropen; in Mitteleuropa sind etwa 110 Arten heimisch. <BR /><BR />Bei Letzteren unterscheiden die Forscher zwischen etablierten Arten und Arten, die durch den Menschen eingeschleppt wurden. Weberknechte gehören zwar zu den Spinnentieren, besitzen aber einige Besonderheiten, die sie von echten Spinnen unterscheiden. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. <BR /><BR />So bauen die Tiere beispielsweise keine Fangnetze, da ihnen im Gegensatz zu echten Webspinnen die notwendigen Spinndrüsen und Spinnwarzen fehlen. Sie sind eine eigene Ordnung innerhalb der Spinnentiere, die ihre Beute – etwa Blattläuse oder Larven – aktiv jagt oder tote Insekten frisst. Und genau das macht die Weberknechte eigentlich zu nützlichen „Haustieren“. <BR /><BR />Denn sie halten – genauso wie Spinnen – kleine, lästige Insekten fern, allerdings ohne die Zimmerecken mit Spinnennetzen „zuzuweben“. Kurz: Weberknechte sind sozusagen eine Müllabfuhr. Die absolut ungefährlichen Krabbeltiere sollten also nicht im Staubsauger landen. <h3> Vorsicht: Weberknechte nie einsaugen</h3>Es gibt noch einen Grund, warum Weberknechte nicht eingesaugt werden sollten. Sie besitzen Stinkdrüsen, vor allem auf der Körperrückseite. Bei Gefahr oder starkem Druck sondern die Tiere ein stark riechendes Sekret (Wehrsekret) ab. <BR /><BR />Es wird vor allem gegen Fressfeinde eingesetzt, für Menschen ist es ungefährlich. Doch wird der Weberknecht nun eingesaugt, verteilt sich das stinkende Sekret im Innern des Staubsaugers. Die Folge: Das Gerät fängt an, unangenehm zu riechen, und muss unter Umständen aufwendig gereinigt werden. <BR /><BR />Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Anders als bei Webspinnen findet die Fortpflanzung bei Weberknechten in Geschlechtsorganen statt. Der männliche Weberknecht besitzt einen Penis, den er in die Genitalöffnung des Weibchens einführt. Nach der Befruchtung legt das Weibchen die Eier über ein sogenanntes Legerohr im Boden ab – und geht ihres Weges. So etwas wie Brutpflege gibt es bei diesen Spinnentieren nicht. <BR /><BR />Einen besonderen Flirt-Trick vermutet ein Forschungsteam aus München bei Weberknechten aus dem Regenwald. Die Gruppe entdeckte bei nächtlichen Exkursionen fünf Weberknechtarten aus derselben Familie mit unterschiedlichen Rückenmustern. <BR /><BR />Diese leuchten bei schwachem Licht blau-grün. Das Team glaubt, die spinnenartigen Tiere könnten so womöglich ihre Artgenossen besser erkennen – auch bei Nacht und in der Dämmerung, wenn die Weberknechte am aktivsten sind. Dies ist wichtig für die Paarung. <h3> Bei Gefahr werfen die Tiere ein Bein ab</h3>Am auffälligsten sind jedoch die sehr langen Beine vieler Weberknecht-Arten, wobei das zweite Beinpaar meist besonders lang ist und häufig auch zum Tasten genutzt wird. Vorsicht ist geboten, wenn man Weberknechte berührt: Viele Weberknechte besitzen an ihren Beinen eine Sollbruchstelle und werfen bei Gefahr schnell mal ein Bein ab, um dadurch einem möglichen Fressfeind zu entkommen. Der Nachteil: Das Bein wächst nicht mehr nach.