Donnerstag, 17. September 2015

Was nun, Herr Schweiger? Der Filmstar und seine Stiftung

Die einen sagen: Schweiger ist ein Selbstdarsteller. Die anderen sagen: Schweiger packt an. Gemeinsam mit prominenten Unterstützern stellte der Filmemacher am Donnerstag seine neue Stiftung vor, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche „jeglicher Herkunft“ kümmern soll.

Til Schweiger stellte seien Stiftung vor.
Til Schweiger stellte seien Stiftung vor. - Foto: © APA/DPA

"Wir geben diesen Traum nicht auf“, sagte Schweiger am Donnerstag in Berlin. Da das Projekt in einer Kaserne im Harz stockt, will er sich demnach in Osnabrück engagieren. Dort will er helfen, ein Gebäude zu einer Schule umzubauen, wie er erzählte.

Eigentlich will Schweiger nichts über Angela Merkel und die Bundesregierung sagen. Dann macht er es doch. 

„Unsere Kanzlerin“ habe zum Thema Flüchtlinge sehr lange geschwiegen, findet der Filmemacher. Jetzt habe sie seinen „tiefsten Respekt“. Sie kriege von allen was um die Ohren, aber stehe zu ihrem Wort. „Dafür sage ich einfach nur: Chapeau!“

Bis zu 500.000 Euro schon zusammen?

Gerade hat Schweiger (51) mit schlaflosen Nächten in Moskau seinen Kino-„Tatort“ abgedreht. „Ich bin fix und fertig.“ Bevor er eine Woche Urlaub machen will, ist er am Donnerstag in Berlin, um seine neue Stiftung für benachteiligte Kinder und Jugendliche vorstellen. Die hatte er schon länger geplant, wie er erzählt.

In der Flüchtlingskrise sollte es dann schnell gehen. 400.000 oder 500.000 Euro habe die Stiftung schon zusammen.

Til Schweiger und die Flüchtlinge: Das ist ein Aufreger.

Sicherheitsleute untersuchen am Eingang des Saals die Laptops. Die Wand aus Fernsehkameras ist breit wie bei der Berlinale. Schweiger hat es manchmal nicht so mit der Presse. Am Donnerstag läuft es eher flauschig.

Dabei hat er Unterstützer wie Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, Schauspieler Jan Josef Liefers, Rapper Thomas D. und ARD-Mann Thomas Schreiber. Sandra Maischberger moderiert.

Einige Promis tragen wie Schweiger das blaue T-Shirt der Stiftung. Das Logo ist eine Acht mit Herz oben. „Never ending love“, unendliche Liebe, liest Schweiger daraus.

Vizekanzler Sigmar Gabriel sitzt neben ihm. Er lobt, dass die Stiftung nicht nur für Flüchtlingskinder gedacht ist. Gabriel ahnt, dass es in Deutschland wegen der Milliardenhilfen für Ausländer noch mehr Neid geben könnte. „Das darf man nicht zulassen.“

Schweiger ist (nicht) vin der Kritik genervt

Was er zu der heftigen Kritik sagt, die ihn begleitet, wird Schweiger gefragt. „Das ist man ja gewohnt in Deutschland.“ Überrascht habe es ihn nicht. Klar nerve ihn das. Er fände es viel besser, wenn die Leute einfach mithelfen und sammeln würden.

Immer das Schlechte zu suchen, das sei wirklich so eine deutsche Eigenart.

dpa

stol