Sonntag, 17. September 2017

„Was wächst wie?“ (10): Pfeffer

Woher kommt Baumwolle und woraus wird Kaffee gewonnen? Im täglichen Gebrauch verwenden wir zahlreiche Produkte, wissen aber oft nicht genau, woher sie eigentlich stammen. STOL fragt deshalb: „Was wächst wie?“ Diesmal unter der Lupe: Pfeffer.

Der Pfeffer gehört zur Familie der Pfeffergewächse.
Der Pfeffer gehört zur Familie der Pfeffergewächse. - Foto: © shutterstock

Der Pfeffer gehört zu den meist verwendeten Gewürzen. Er wird auch Schwarzer Pfeffer oder Echter Pfeffer genannt und ist Teil der Familie der Pfeffergewächse. Es gibt ihn aber nicht nur in schwarz, sondern auch in grüner, weißer oder roter Farbe.

Bis zu 150 Früchte pro Ähre

Die Pfefferpflanze ist eine Kletterpflanze, die bis zu 10 Meter hoch werden kann. Normalerweise hält man sie aber bei einer Höhe von etwa 3 bis 4 Metern.

Auf den rund 10 Zentimeter langen Ähren befinden sich 50 bis 150 Einzelblüten. 8 bis 9 Monate nach der Befruchtung reifen die Früchte heran.

Die Pfefferkörner wachsen rund 8 bis 9 Monate nach der Befruchtung heran. - Foto: shutterstock 

Zweimal im Jahr kann die Ernte bei einer Pfefferpflanze eingeholt werden und das für eine Dauer von circa 30 Jahren. Dabei handelt es sich um reine Handarbeit.

Warme Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit

Temperaturen zwischen 27 und 29 Grad Celsius, bestenfalls niemals unter 18 Grad Celsius, und eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent sind optimale Bedingungen für den Pfefferanbau.

Der Boden sollte eine nährstoffreiche Mischung aus Humuserde und Sand sein. Zudem benötigt die Pflanze einen warmen, halbschattigen Standpunkt. Da der Pfeffer eine Kletterpflanze ist, benötigt er andere Bäume, um sich daran hochzuranken.

Der uns bekannte schwarze Pfeffer wird aus noch unreifen grünen, manchmal bereits schon gelb-orangen Früchten gewonnen, nachdem sie durch das Trocknen runzelig und schwarz geworden sind.

Wo ist eigentlich „Dort, wo der Pfeffer wächst“?

Jeder kennt die Redewendung „Geh dorthin, wo der Pfeffer wächst“, wenn man jemanden weit weg wünscht. Aber wohin wünscht man diese Person eigentlich?

Zu Beginn musste Pfeffer immer von Südwest-Indien auf dem Landweg nach Europa transportiert werden. Das Gewürz war so kostbar, dass es sogar mit Gold aufgewogen wurde.

Ursprünglich noch in Indien angepflanzt, gelangte das Gewürz im späten Mittelalter aber auch nach Südostasien, vor allem nach Indonesien und Malaysia. Ab dem 17. Jahrhundert wurde das Gewürz in großen Mengen nach Europa geschickt.

Indien, Indonesien, Malaysia, Brasilien und Vietnam sind heute die größten Pfefferanbauer weltweit. Im Durchschnitt werden jährlich um die 200.000 Tonnen Pfeffer produziert. Der Wert dieser Produktion wird auf 300 bis 600 Millionen US-Dollar geschätzt.

Bekannt für seine Schärfe und Würze

Der Pfeffer ist für seine scharfe Eigenschaft bekannt. Aber diese variiert je nach Sorte. Der schwarze Pfeffer gehört zu den schärfsten Typen und kann einen leicht brennenden Geschmack haben. Er wird vor allem in Suppen, Eintöpfen, Marinaden und mit gegrilltem Fleisch verwendet.

Der schwarze Pfeffer kann leicht brennend sein. - Foto: shutterstock 

Der schwarze Pfeffer wird aber nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilmittel genutzt. Er weist eine appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung auf. In Europa wird er aber großteils nicht mehr als Heilmittel eingesetzt.

stol/mai
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Lesen Sie auch die anderen Folgen der STOL-Serie „Was wächst wie?“ Safran, Banane, Dattel, Kaffee/Kakao, Kartoffel, Oregano, Artischocke, Hopfen und Ananas.  

stol