Sonntag, 03. September 2017

„Was wächst wie?“ (6): Oregano

Woher kommt Baumwolle und woraus wird Kaffee gewonnen? Im täglichen Gebrauch verwenden wir zahlreiche Produkte, wissen aber oft nicht genau, woher sie eigentlich stammen. STOL fragt deshalb: „Was wächst wie?“ Diesmal unter der Lupe: Oregano.

Der Oregano ist ein beliebtes Gewürz- und auch Heilmittel.
Der Oregano ist ein beliebtes Gewürz- und auch Heilmittel. - Foto: © shutterstock

Er verleiht vielen Gerichten oft den letzten Feinschliff – die Rede ist vom Oregano. Er gehört zur Familie der Lippenblütler und wird nicht nur gerne als Gewürz sondern auch als Heilpflanze verwendet.

Der Oregano stammt ursprünglich aus dem mediterranen Raum und kann bis zu 1 Meter hoch werden. Er ist für seinen ausgeprägten herb-aromatischen Duft und Geschmack bekannt.

Kann sogar bei sibirischer Kälte überwintern

Die Oregano-Pflanze kann sogar bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius überwintern. Der Anbau sollte trotzdem erst im Frühjahr beginnen. Handelt es sich um eine Pflanze aus einer Gärtnerei, so muss sie zunächst abgehärtet werden, um bei schwankenden Temperaturen nicht abzusterben. Deshalb sollte für die ersten Tage eine geschützte, sonnige Stelle für die Pflanze ausgewählt werden.

Um die Pflanze einzusetzen, müssen im Kräuterbeet Löcher ausgehoben werden, die doppelt so tief sein sollten, wie der Wurzelballen des Oregano. Dabei sollten die Pflanzen untereinander einen Abstand von 50 bis 70 Zentimeter aufweisen, damit sie recht breit und hoch werden können. Verbleibende Freiräume werden mit Erde gefüllt und festgeklopft. Am Ende werden die Pflanzen gegossen.

Pflegeleichte Pflanze

Grundsätzlich ist der Oregano relativ pflegeleicht. Trockenperioden und zu viel Wasser verhindern aber sein Wachstum. Optimal wäre, wenn man wöchentlich zur Gießkanne greift.

Gedüngt werden muss die Pflanze einmal im Jahr. Wird sie in einem Kübel kultiviert, dann auch öfters. Empfehlenswert hierfür sind Gemüsedünger oder reifer Kompost.

Erntezeit vom Frühjahr bis zum Herbst

Die Ernte wird vom Frühjahr bis in den Herbst hinein eingeholt. Eine große Menge kann zwischen Juli und September gepflückt werden, denn in der Blütezeit trägt der Oregano die meisten und intensivsten Aromen. Die Pflanze wird dabei zurückgeschnitten und frisch abgetrennte Zweige können entweder frisch verwertet oder getrocknet werden.

Wenn Oregano aber im Topf angepflanzt wird, so können das ganze Jahr über frische Zweige abgeschnitten werden.

Haltbar durch Trocknen oder Einfrieren

Um den Oregano während des gesamten Jahres genießen zu können, muss er getrocknet oder eingefroren werden, außer natürlich bei einer Topfkultur.

Beim Trocknen müssen die Zweige zunächst gewaschen, danach auf ein Gitter gelegt oder aufgehängt werden. Beachtet werden muss, dass die Zweige Luftkontakt haben müssen und nicht mit Wasser in Berührung kommen dürfen.

Mit einem auf 50 Grad Celsius vorgeheizten Backofen kann der Oregano auch innerhalb weniger Stunden getrocknet werden. Auch ein Dörrgerät kann Abhilfe schaffen.

Getrocknet oder eingefroren kann der Oregano haltbar gemacht werden. - Foto: shutterstock

Auch beim Einfrieren werden die Zweige zunächst gewaschen, dann trockengetupft. Es wird geraten, die Zweige zu zerkleinern und portionsweise luftdicht zu verpacken. Mindestens ein Jahr ist Oregano so im Gefrierschrank haltbar.

Weltweiter Anbau

Wer nach einem Jahr auf den Geschmack gekommen ist, Oregano anzubauen, kann im Frühjahr den Wurzelballen teilen, beide Hälften neu einpflanzen und so seine Pflanze vermehren. Außerdem sollten die Zweigspitzen gekürzt werden, damit die Pflanze mit neuer Kraft wachsen kann.

Ursprünglich im mediterranen Raum angebaut, kann Oregano heute weltweit in warmen und gemäßigten Gebieten kultiviert werden. In Europa gibt es fast überall natürliche Vorkommen.

Gewürz- als auch Heilmittel

Oregano wird als Gewürzmittel ganz vielfältig verwendet und macht Pizza, Pastasaucen oder auch Salatdressings zu richtigen Gaumenfreuden.

Aber auch als Heilpflanze hat er sich einen Namen gemacht. Das Oregano-Öl wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und kann Pilzinfektionen behandeln.

Auch auf einer Pizza wird Oregano verwendet. - Foto: shutterstock

Besonders im Sommer findet Oregano-Creme Anwendung. Sie kann nicht nur Juckreiz lindern, sondern pflegt auch die ausgetrocknete Haut nach einem ausgiebigen Sonnenbad.

Lesen Sie auch die anderen Folgen der STOL-Serie „Was wächst wie?“ Safran, Banane, Dattel, Kaffee/Kakao und Kartoffel.

stol/mai

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