Samstag, 09. September 2017

„Was wächst wie?“ (7): Artischocke

Woher kommt Baumwolle und woraus wird Kaffee gewonnen? Im täglichen Gebrauch verwenden wir zahlreiche Produkte, wissen aber oft nicht genau, woher sie eigentlich stammen. STOL fragt deshalb: „Was wächst wie?“ Diesmal unter der Lupe: die Artischocke.

Die Artischocke ist eine Kulturpflanze und gehört zu den Korbblütlern.
Die Artischocke ist eine Kulturpflanze und gehört zu den Korbblütlern. - Foto: © shutterstock

Die Artischocke ist eine Kulturpflanze, gehört zur Familie der Korbblütler und ist ausdauernd. Das bedeutet, dass sie mehrere Jahre alt wird und normalerweise auch jährlich blüht und Früchte trägt.

Nachdem die Pflanze im Herbst eine Blattrosette gebildet hat, wachsen für die nächsten Jahre 0,5 bis 2 Meter hohe Stängel mit Blütenständen. Die Laubblätter selbst erreichen eine Länge von etwa 80 Zentimetern.

Die schönen violetten Blüten der Pflanze bilden sich nur, wenn der fleischige Blütenstand nicht rechtzeitig geerntet wird.

Anbau durch Direktsaat oder Vorkeimen

Die Artischocke ist in warmen, windruhigen Gebieten zu Hause. Der Boden sollte einen hohen Humusgehalt aufweisen und locker und tiefgründig sein. Sind all diese Erfordernisse erfüllt, so wird die Pflanze bald in voller Pracht blühen.

Es gibt 2 Varianten die Artischocke anzupflanzen: Entweder durch eine Direktsaat oder durch die Pflanzung mit Vorkultur. Wenn man noch im selben Jahr die Ernte einholen möchte, so müssen die Samen der Pflanze bereits im Februar in einem Glas gesät werden.

Ein Artischockenfeld in Frankreich. - Foto: shutterstock

Damit die Samen bestmöglich gedeihen können, empfiehlt sich eine Raumtemperatur zwischen 20 bis 25 Grad Celsius. Ende Mai kann die Pflanze ausgepflanzt werden.

Wenn man sich jedoch für eine Direktsaat entscheidet, so darf damit im April begonnen werden. Die erste Ernte ist aber erst im darauffolgenden Jahr zu erwarten.

Um das Wachstum der Pflanze zu unterstützen, sollte sie mehrmals im Jahr mit Kompost versehen werden. Außerdem muss sie sorgfältig gegossen werden.

Erste Ernte im September

Die Ernte für das erste Pflanzenjahr ist für September zu erwarten, in den Jahren danach bereits im Juni oder Juli. Die Knospen sollen zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen sein und die Blätter dürfen noch keine braunen Spitzen aufweisen.

Die Artischocke kann auf jeden Fall im Freien überwintern. Dafür muss die Pflanze mit Stroh, Laub oder Stallmist und etwas Erde abgedeckt werden. So soll sie vor Frost geschützt werden.

Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, gräbt man die Pflanze im Herbst aus, gibt sie in einen Topf und lässt sie während der kalten Wintermonate im Keller. Im Frühjahr kann sie wieder im Freien eingepflanzt werden.

Eine ausführliche Erklärung zu Anbau und Ernte der Artischocke findet man auch im Video von LaSelva.

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Stammt aus dem Mittelmeerraum

Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie von einem florentinischen Händler aus Sizilien importiert und fand so auch ihren Weg nach Frankreich und Großbritannien. Bis zur Französischen Revolution galt sie als ein Zeichen für Reichtum und vornehmer Lebensart.

Im 21. Jahrhundert zählen unter anderem Italien, die USA und Spanien zu den Hauptanbaugebieten.

Nahrungs- und Heilmittel

Das, was wir bei der Artischocke als Gemüse bezeichnen, ist ihr Kopf. Denn gegessen werden können nur die fleischigen Teile der Schuppenblätter und die Blütenböden. Nur kleinere, recht früh geerntete Artischocken können zur Gänze verzehrt werden.

Gekochte Artischocken schmecken besonders gut. - Foto: shutterstock

Die Artischocke kann sowohl gefüllt als auch gegart werden. In Südfrankreich wird sie auch gerne als Salat serviert. Vor allem einfache Gerichte können durch ihre Aromen zu etwas Besonderem gemacht werden.

Die Pflanze ist auch wegen ihrer verdauungsfördernden und appetitanregenden Wirkung bekannt. Ihre Blätter werden in Säften, Tees und Tinkturen verwendet.

stol/mai 

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Lesen Sie auch die anderen Folgen der STOL-Serie „Was wächst wie?“.  

stol