Sonntag, 20. August 2017

„Was wächst wie?“: Die Banane

Woher kommt Baumwolle und woraus wird Kaffee gewonnen? Im täglichen Gebrauch verwenden wir zahlreiche Produkte, wissen aber oft nicht genau, woher sie eigentlich stammen. STOL fragt deshalb: „Was wächst wie?“ Diesmal unter der Lupe: die Banane.

Die Banane ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit.
Die Banane ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. - Foto: © shutterstock

Ob rot, rosa, braun, oder eben gelb –  die Banane, früher auch „Paradiesfeige“ genannt, gehört zu den beliebtesten Früchten weltweit. Sie ist Teil der Familie der Bananengewächse, die den einkeimblättrigen Pflanzen zugeordnet werden und eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit.

Die Beere, die auf Stauden wächst

Auch wenn die Bananenpflanze mit einer Höhe von 2 bis 6 Metern wie ein Baum aussieht, handelt es sich dennoch um eine Staude. Der sogenannte Scheinstamm besteht bloß aus zusammengerollten Blättern und nicht aus festem Holz. Die Bananenfrüchte – man kann es kaum glauben – gehören sogar zu den Beeren.

Die Bananenpflanze wird 2 bis 6 Meter hoch. - Foto: shutterstock

Sobald die Staude ausgewachsen ist, reift im Inneren des Scheinstammes der Blütenstand heran. An der Blütendolde entstehen mit der Zeit Büschel aus Bananenfrüchten. Ein solcher Büschel wiegt etwa 35 bis 50 Kilogramm und besteht aus 200 Einzelfrüchten.

Ernte, Verpackung, Transport

Geerntet werden die Früchte am Ende der Wachstumsphase, wenn sie noch grün sind. Erst mit dem Abtrennen von der Mutterpflanze wird in der Banane Stärke zu Zucker umgewandelt. Würden die Früchte an der Staude hängen bleiben, so würde sich nur wenig Zucker bilden und die Banane früher oder später aufplatzen.

Die Büschel werden zunächst abgeschlagen und zur Packstation transportiert. Dort werden sie auf ihre Größe, den Durchmesser, die Färbung und die Krümmung untersucht. Entsprechen sie nicht den erforderlichen Bedingungen, so werden sie oft zu Bananenpüree verarbeitet. Dieses wird in der Herstellung von Fruchtsäften gebraucht.

Bananen werden in einem Becken gewaschen. - Foto: shutterstock

Damit sich keine Flecken bilden und kein Pflanzensaft austritt, werden die Büschel in großen Becken gewaschen. Zum Schluss werden die Bananen in Kisten zu rund 18 Kilogramm verpackt und in die Welt verschickt. Die Kühlschiffe fassen um die 200.000 Kisten.

Tragen nur einmal Früchte

Die Bananenpflanzen sind keine fleißigen Arbeiter: Sie tragen nur einmal Früchte – mit Ausnahme der kultivierten Zuchtbanane – und sterben danach ab. Die Triebe der Pflanze können aber abgetrennt und neu eingepflanzt werden. Die Zeitdauer zwischen Einpflanzen und Ernten beträgt zwischen 7 und 15 Monaten.

Immer öfter wird die Banane nach ökologischer Form angebaut. Diese Form des Anbaus soll sowohl die Gesundheit der Menschen und ihrer Umwelt als auch die geschmackliche Qualität der Bananen beeinflussen.

Anbau rund um den Äquator

Mehr als 30 Länder bauen Bananenpflanzen an. Neben den Hauptexporteuren Ecuador, Kolumbien, Panama und Costa Rica bauen auch europäische Länder wie Spanien auf den Kanarischen Inseln und Portugal auf den Azoren Bananen an.

Der Großteil der Bananenproduzenten kultiviert die Früchte jedoch für den Eigenbedarf, nur wenige wagen auch den Schritt zum Export.

Bananen finden vielfältige Verwendung

Auch wenn die Bananenpflanze nur einmal in ihrem Leben Früchte trägt, so kann von den Bananenblättern bis hin zum Rest der Staude alles zu etwas Sinnvollem weiterverarbeitet werden.

Aus den Resten der Bananenstaude kann unter Umständen Papier produziert werden. Bananenblätter werden gerne dazu verwendet, um Gemüse, Geflügel oder Fisch zu garen: Sie verleihen den Mahlzeiten eine besondere Note, werden aber nicht verzehrt.

In Lateinamerika werden Kochbananen zu Mehl, Bier und Chips gemacht. Sie haben dort dieselbe Stellung wie in Europa die Kartoffel.

Besonders beliebt sind die Bananenchips. - Foto: shutterstock

Hierzulande besonders beliebt sind die Bananenchips. Bananenscheiben werden dafür getrocknet und mit Zucker kandiert oder geröstet. Oft werden sie einem Müsli beigemischt. Gerne werden sie auch einfach so zwischendurch als Snack genossen.

Die Banane findet auch Verwendung in einem der beliebtesten Eis-Desserts: dem Bananensplit.

stol/mai

stol