Mit dem Weißen Kreuz zu fahren, bedeutet nicht, immer mit Blaulicht und Sirene unterwegs zu sein. Über 700 vorgemerkte Krankentransporte führt der Landesrettungsverein pro Tag durch, um Patienten zu Behandlungen und Visiten ins Krankenhaus zu bringen. Pünktlich dorthin zu kommen, da hapert es derzeit ein wenig. <h3> Nicht durchgeführte Visiten sind Ausnahmefälle</h3>Wenn das Verkehrsaufkommen erhöht ist, dazu noch Baustellen oder Unfälle – dann stehen nicht nur Herr und Frau Urlauber im Stau. „Wir hatten Tage, an denen wir über drei Stunden zu spät gekommen sind“, bestätigt der Leiter der Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes, Michael Bamhackl. „Da kommen dann mehrere Faktoren zusammen, wie das Wetter, ein Unfall, Baustellen, unterbrochene Bahnlinien“, berichtet Bamhackl. „Da braucht es dann vonseiten der Patienten viel Geduld und Verständnis.“ <BR /><BR />Verständnis hätten auch die meisten Strukturen, wenn die Patienten total verspätet dort eintreffen. Nur in Ausnahmefällen würden die vorgemerkten Behandlungen und Visiten nicht mehr durchgeführt werden. „Wir avisieren die Strukturen bereits unterwegs und finden meistens einen Weg“, beruhigt Bamhackl. <BR /><BR /><embed id="dtext86-70918078_quote" /><BR /><BR />Der Verkehr auf Südtirols Straßen erschwert die Planung der Einsatzkräfte. „Wir rechnen für eine Fahrt von Bruneck nach Bozen nicht vier Stunden ein. Kommt es zu einer Verspätung, verschiebt sich der gesamte Tagesplan.“ <BR /><BR />Wie Ivo Bonamico, Direktor des Weißen Kreuzes, berichtet, versucht man bereits – präventiv – die Fahrten besser zu programmieren, Patienten früher abzuholen. „Aber bestimmte Staus, z. B. bei einem Unfall, kann man nicht einplanen“, sagt auch er. <BR /><BR />Diese Präventivmaßnahme kennt man auch in der Sektion Weißes Kreuz Passeier. „Wir rechnen mehr Zeit ein und diese benötigt man dann auch. Meistens kommen wir punktgenau zu den Visiten“, erzählt ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Über den Verkehr ärgert man sich längst nicht mehr, „das sind wir schon gewohnt“. <h3> Frühere Vormerkung,bessere Planung </h3>Dass der Verkehr in Zukunft abnehmen wird, darf bezweifelt werden. Das Weiße Kreuz appelliert an die Patienten, Transporte so früh wie möglich vorzumerken. „So können wir besser planen“, sagt Bamhackl. Steht also der Termin für die Visite fest, wäre es empfehlenswert, gleich schon den Krankentransport anzumelden. <BR /><BR />Als Fahrer eines Krankentransport- oder Rettungswagens ist man denselben Gefahren ausgesetzt wie andere Verkehrsteilnehmer auch. So ereignete sich im Juni auf der Brennerautobahn bei Franzensfeste ein schwerer Verkehrsunfall, in den ein Krankentransportwagen des Weißen Kreuzes verwickelt war ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/toedlicher-unfall-auf-a22-weisses-kreuz-die-schwierigsten-tage-unserer-geschichte" target="_blank" class="external-link-new-window" title="Unfall">wir haben berichtet</a>). Ein Patient und eine Begleitperson starben. Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen.<BR /><BR /> Auf der Autobahn A1 bei Arezzo in der Toskana kam es gestern zu einem ähnlich tragischen Vorfall: Bei einer Massenkarambolage, in die auch ein Krankentransportwagen verwickelt war, verloren drei Menschen ihr Leben. Sie befanden sich in einer Ambulanz. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/ambulanz-zwischen-zwei-lkw-zerquetscht-drei-tote-und-15-verletzte" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier geht es zum Artikel.</a>