Donnerstag, 24. Mai 2018

Wer früh zu rauchen beginnt, kommt schwerer davon los

Je früher Menschen mit dem Rauchen beginnen, desto schwerer kommen sie davon los, warnte die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) im Vorfeld des Weltnichtrauchertages und rief zu einer Verstärkung der Jugendschutzbestimmungen auf. Ein sich in Entwicklung befindliches Gehirn generiere größere Abhängigkeiten als das eines Erwachsenen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

Je früher Menschen mit dem Rauchen beginnen, desto schwerer kommen sie davon los.
Je früher Menschen mit dem Rauchen beginnen, desto schwerer kommen sie davon los. - Foto: © shutterstock

„Junge Menschen sind für Suchtverhalten leider besonders anfällig. Dies hängt mit der Gehirnentwicklung zusammen“, wurde die auf Lungenerkrankungen spezialisierte Kinderärztin Angela Zacharasiewicz (vom Wilhelminenspital der Stadt Wien) zitiert. Die Gehirnentwicklung sei in der Kindheit bei weitem noch nicht abgeschlossen, sondern ein lang anhaltender Prozess, der in der Pubertät noch einmal tiefgreifende Veränderungen mit sich bringe: In der Phase der Adoleszenz finden weitreichende „Umbauarbeiten“ im Gehirn der Jugendlichen statt. Dadurch bestehe das Risiko, rascher, dauerhafter und stärker nikotinabhängig zu werden, als wenn im späteren Alter zu rauchen begonnen wird.

Strenge Tabakgesetze verringern Zahl junger Raucher

Umso wichtiger sei es, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten – internationale Erfahrungen würden zeigen, dass dies nur mittels strenger Tabakgesetze möglich sei. Ein positives Beispiel dafür sei Großbritannien. „Restriktivere Gesetze bewirken niedrigere Raucherquoten im Jugendalter“, ist Zacharasiewicz überzeugt. Die bestehenden österreichischen Jugendschutzbestimmungen seien dafür nicht ausreichend, schrieb die ÖGP, daher komme einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie eine sehr große Bedeutung zu.

Zudem sei die Vorbildwirkung ein bedeutender Faktor, denn Kinder nikotinabhängiger Eltern werden 3 Mal häufiger zu Rauchern als Kinder von Nichtrauchern. Weitere effektive Strategien, damit Jugendliche nicht anfangen zu rauchen, seien laut ÖGP das sogenannte Plain Packaging – neutrale Zigarettenpackungen ohne jeglichen Logo-Aufdruck -, hohe Zigarettenpreise sowie ein Anheben der erlaubten Altersgrenze zur Abgabe von Zigaretten.

„Sobald Rauchverbote in der Öffentlichkeit durchgesetzt werden, nimmt auch die Selbstverständlichkeit eines Rauchbeginns von Jugendlichen deutlich ab“, betonte Zacharasiewicz. Präventionsmaßnahmen wie Aufklärungskampagnen würden hingegen keine so starke Wirkung zeigen wie Verbote.

apa

stol