Tausende Personalunterlagen (Grundbuchblätter) der Habsburger-Armee wurden vom Tiroler Landesarchiv digitalisiert und sind über Internet bequem abrufbar. <BR /><BR /><BR /><BR />Er war 171 cm groß, Augen schwarz, Nase „gewöhnlich“, hatte „mäßige Säbelbeine“. Nachzulesen ist das im Grundbuchblatt Nr. 277 von Alois Franz Trenker, geboren 1892 in Gröden, besser bekannt als Luis Trenker.<BR /><BR />So wie die Daten von Luis Trenker sind inzwischen jene von rund 90.000 Männern aus dem historischen Tirol, die um 1900 ihren Wehrdienst in der Habsburger-Armee geleistet haben, digital abrufbar. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="659945_image" /></div> <BR /><BR />Die Fahrt ins Tiroler Landesarchiv können sich Historiker, Ahnenforscher und Interessierte damit fürs Erste sparen. Möglich gemacht hat das ein komplexes Digitalisierungsprojekt der Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv und der Genossenschaft Transkribus.<BR /><BR /><b>98.000 Datenblätter eingescannt</b><BR /><BR />Zuerst wurden von Studierenden rund 98.000 Datenblätter in eigens konstruierten Scanzelten mit dem Mobiltelefon gescannt, erzählt Günter Mühlberger, Projektleiter für Digitalisierung und elektronische Archivierung am Institut für Germanistik: „Daran haben 5, 6 Studierende gearbeitet und waren in ein paar Tagen fertig.“<BR /><BR />Dann jedoch kam der schwierige Teil. Die gescannten Blätter mussten automatisch eingelesen werden, um später nach Schlagworten wie Name, Ort, Geburtsjahr suchen zu können. Dazu wurde eine Software von Transkribus verwendet. Sie wird trainiert, Schriften zu lesen. In diesem Fall unter anderem die alte deutsche Kurrent-Schrift. Das Ergebnis ist durchwachsen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-49699327_quote" /><BR /><BR /><BR /> Projektleiter Mühlberger: „Mit der Erkennung bin ich noch nicht zufrieden. Aber in diesem Fall war es besonders schwierig, weil nicht sauber in die vorgesehenen Felder geschrieben wurde und viele verschiedene Schriften verwendet wurden.“ Daher kommt es vor, dass aus einem Anton Graf Thun-Hohenstein ein Herr Ihin-Hohenstein wird, geboren 187 statt 1871. Hier hofft man auf Freiwillige, die – ähnlich wie bei Wikipedia – Fehler finden und die Korrekturen ins System eingeben.<BR /><BR />Für Südtirol funktioniert die Suche nach Alphabet besser als nach dem Ort, man kann auch die Anfangsbuchstaben einfach durchblättern, sollte man bei der direkten Namenseingabe nicht fündig werden.<BR />Gescannt ist die erste Seite, meist sind die Akten aber mehrteilig. Sie beinhalten vielfach auch die militärische Laufbahn der Männer im Ersten Weltkrieg. Kopien der umfassenderen Akten muss man sich dann allerdings im Landesarchiv ausheben lassen.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Gesucht werden kann unter der folgenden Adresse: https://transkribus.eu/r/grundbuchblaetter/#/</b><BR />