Dabei kann es durchaus spannend sein, zwischendurch auch auf die ganze Technik zu verzichten und sich einmal ohne Hilfsmittel zu orientieren. Wir zeigen Ihnen, wie's geht!<BR /><BR /><BR />Da die Erde bei der Rotation um die Sonne stets dieselbe Achsneigung beibehält, entstehen Jahreszeiten, da die Sonne scheinbar zwischen den beiden Wendekreisen wandert. <h3> Nord- oder Südhalbkugel?</h3>Untertags sollte es nicht schwer sein, zu sehen, ob man sich auf der Nord- oder der Südhalbkugel befindet. Die Sonne steigt auf der Nordhalbkugel morgens auf und kulminiert (steht am höchsten Punkt) mittags am Südhimmel. Auf der südlichen Hemisphäre zieht die Sonne nach dem Aufgang im Osten mittags nach Norden. <BR /><BR />Dies gilt allerdings nur zu jedem Zeitpunkt an Orten, die sich außerhalb der Wendekreise. Die Wendekreise sind zwei Kreise von je 23° 26′ 05″ (23,43472°) nördlicher (Wendekreis des Krebses) und südlicher (Wendekreis des Steinbocks) Breite, die parallel zum Äquator von Ost nach West einmal um die ganze Erde verlaufen.<BR /><BR />Zwischen diesen Ringen ist der Sonnenverlauf je nach Jahreszeit unterschiedlich. In den Orten vom Äquator bis zum südlichen Wendekreis ist steht die Sonne vom 21. März bis zum 23. September immer im Norden, während sie vom 23. September bis zum 21. März immer im Süden kulminiert. An diesen beiden Tagen steht die Sonne genau am Äquator senkrecht, danach verschiebt sich dieser Punkt Richtung Süden.<h3> Sterne geben Auskunft zur Position</h3>Eindeutiger wird die Positionierung bei der Beobachtung des nächtlichen Sternenhimmels. Inzwischen gehört das Auffinden des Sternbildes „Großer Wagen“ zur Allgemeinbildung. Der Große Wagen steht relativ dicht am Himmelspol, weshalb er auf der Nordhemisphäre das ganze Jahr über und auch die ganze Nacht hindurch zu sehen ist. Verlängert man nun die beiden hinteren Kastensterne um denselben Abstand nach oben, gelangt man an einen nicht sonderlich hellen, aber trotzdem auffälligen Stern, den Polarstern. Dieser steht praktisch senkrecht über dem Nordpol, am Äquator befindet er sich direkt auf der Horizontlinie, weiter südlich ist er gar nicht zu sehen. Genauso ist es mit dem „Großen Wagen“. Je weiter wir uns nach Süden begeben, desto tiefer steht das Sternbild am Himmel, bis es schließlich gar nicht mehr über dem Horizont auftaucht.<h3> Auffinden des Sterns Polaris, dem Stern über den Nordpol</h3>Die Südhalbkugel verfügt nicht über einen solchen Polarstern wie die Nordhemisphäre. Der ihm nächste noch freiäugig sichtbare „Polarstern“ , Sigma Octantis (σ Oct), ist ein Stern 5. Größe und hat nur ein Fünfundzwanzigstel der Helligkeit von Polaris, dem Polarstern über dem Nordpol. Da helfen die beiden senkrechten Sterne im Sternbild „Kreuz des Südens“, Gacrux und Acrux besser weiter, da sie direkt zum Pol zeigen, während Alpha Centauri und Beta Centauri fast rechtwinklig dazu auf Gacrux zeigen. Nun, das Sternbild „Kreuz des Südens“ übernimmt vor allem für Bewohner der Nordhalbkugel nicht dieselbe Bedeutung wie der „Große Wagen“, aber auffällig ist dieses Sternbild allemal.<h3> Welcher Breitengrad?</h3>Auf der Nordhalbkugel ist die Orientierung nicht so schwierig, sobald der Stern Polaris (Polarstern im Sternbild „Kleiner Wagen“) mittels Sternbildes „Großer Wagen“ aufgefunden worden ist. Zwischen Nordpol und Äquator befinden sich ein Winkel von 90°. Die Höhe des Polarsterns ausgehend vom Äquator entspricht dem Breitengrad der Position. Bozen liegt auf 46 Grad und 45 Minuten. Demnach ist Polaris auf dieser Höhe zu finden, also ungefähr etwas mehr als die Hälfte der Stecke zwischen Äquator und Nordpol.<BR /><BR />Auf den Südhalbkugel ist die Berechnung analog. Dort wird man aber den schwach leuchtenden „Polaris Australis“ (Polarstern des Südens) nicht gewiss ausfindig machen, sodass das „Kreuz des Südens“ herhalten muss.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="743090_image" /></div> <BR /><BR />Der Winkel kann grob mit einer ausgesteckten Hand ermittelt werden: Die geballte Faust misst ca. 10 Grad, der Abstand zwischen den vier Fingerknochen 8 Grad, während die ausgestreckten Finger an der Hand einen Abstand eine Strecke von ca. 20 Grad umfasst.<h3> Die geografische Länge</h3>Nun sind wir ohne technische Hilfsmittel schon recht weit gekommen. Die geografische Länge lässt sich allerdings ohne Gerät nicht ermitteln. Es sollte mindestens eine Uhr sein. Und wenn man dann auch noch einen einfachen Taschenrechner zur Hand hat, würden sich zahlreiche andere Koordinaten errechnen lassen.<BR />