Im Interview erinnert er sich vor allem an seine Zeit als Kind <BR />in Südtirol zurück, denn schon als kleiner Bub wollte er den Wetterphänomen immer auf den Grund gehen. <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Herr Fink, wie kommt es, dass Sie zum Wolkenflüsterer geworden sind?</b><BR />Sigi Fink: Wolken haben mich schon immer fasziniert. Ich kann mich erinnern, wie ich mich bereits im Kindergarten in der Bozner Rauschertorgasse beim Anblick von dunklen Wolken gefragt habe, wann es in Jenesien zu regnen beginnt. Und ich habe viele Fotos von Wolken mit meiner damaligen Kamera gemacht, derart viele, dass es ziemlich kostspielig wurde. Mich beschäftigte, welche Wolke welches Wetter bringt. Das habe ich dann fein säuberlich in meinem Heftl vermerkt. <BR /><BR /><BR /><b>Bereits als Kind wollten Sie Wetterphänomenen auf den Grund gehen?</b><BR />Fink: Bei einer Wanderung auf der Villanderer Alm fielen kleine Kugelen vom Himmel, der Vater klärte mich auf, dass es sich dabei nicht um Styropor, sondern um Graupel handelt. Wenn Wolken zusammenstoßen, gibt es ein Gewitter mit Blitz und Donner, sagte meine Mutter. Ich beobachtete das genau, und beschwerte mich, wenn es dann nicht dazu kam. In der Tat wollte ich schon immer alles über das Wetter wissen. Natürlich lag dies auch daran, dass mein Vater Bauer war und das Wetter bei uns immer ein wichtiges Thema war. So verglich er gerne die Bauernregeln im Reinmichl-Kalender mit dem tatsächlichen Wetter, während ich immer hinterfragte, ob denn das auch alles zutrifft.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1076163_image" /></div> <BR /><BR /><b>Sie haben also ständig alles hinterfragt?</b><BR />Fink: Ja klar. Ich dachte, es kann doch nicht sein, dass ein Mönch aus einem fernen Jahrhundert Wetterregeln auf immer und ewig festlegt. Und so hat sich dieses Interesse wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen. Ich habe dann in Innsbruck Meteorologie studiert und gleich danach im Jahre 2008 beim ORF begonnen. Dort bin ich heute noch.<BR /><BR /><b><BR />Ist Ihr Job auch von sich abwechselnden Hochs und Tiefs gekennzeichnet? Als bekannter ORF-Wettermann hat man schließlich auch eine große Verantwortung …</b><BR />Fink: Ja, das stimmt durchaus. Einerseits haben Extremwetter-ereignisse zugenommen, andererseits ist das Wetter permanent in den sozialen Kanälen präsent, außerdem hängen an jeder Vorhersage wirtschaftliche Interessen. Denken wir nur an den Tourismus. Somit spürt man als Meteorologe schon eine große Verantwortung. Das wurde mir auch bei den jüngsten extremen Niederschlägen eindrücklich vor Augen geführt: Die Leute warteten gebannt darauf, wie sich das Wetter weiterentwickeln würde. So braucht es bei der Wetteransage auch stets Fingerspitzengefühl.<BR /><BR /><b>Und in Ihrem Fall auch Humor. Nicht umsonst zählen Sie zu den beliebtesten Wetteransagern Österreichs und wurden im November 2022 zum „sexiest Österreicher“ gekürt. Sie wurden auch Opfer eines Identitäts-Diebstahls im Internet. Ist das der Preis, wenn man in der Öffentlichkeit steht?</b><BR />Ja, das gehört wohl dazu. Heutzutage muss man sämtliche Kanäle bedienen, dem kann man sich nicht mehr entziehen. Will man diesen Job machen, dann sollte man im Voraus wissen, wie man es angehen möchte. Ich bin nun mal der Typ, der das mit Leidenschaft vorantreibt und vieles ausprobiert. <BR /><BR /><BR /><b>Und dazu gerne so manches Showelement einstreut…</b><BR />Fink: Das kann man so sagen. Sonst wäre ich wohl kaum im Radio und im Fernsehen gelandet und hätte auch keine Bücher zum Wetter geschrieben. Nun ist auch noch der Fetzblau-Song der „Jungen Zillertaler“ erschienen. Es wird schon manchmal viel, mehr als jetzt geht eigentlich nicht mehr. Und daheim in Villanders habe ich auch noch auf dem Hof zu tun.<BR /><BR /><BR /><b>Wie stark ist denn noch die Verbindung zu Südtirol?</b><BR />Fink: Mein Vater ist 2021 verstorben, die Freunde von einst sind irgendwo in der Welt verstreut, somit hat sich doch einiges verändert. Im vergangenen Jahr war ich eigentlich nur zum Arbeiten daheim in Villanders, auch in den kommenden Tagen steht daheim wieder die Ernte an. Die Zwetschgen, Trauben und Äpfel sind reif, hoffen wir auf gutes Wetter.<BR /><BR /><BR /><b>Bevorzugen Sie das zumeist sonnige Wetter in Südtirol oder doch das wechselhafte Wetter in Wien?</b><BR />Fink: Weder, noch. Ich mag hingegen unheimlich gerne ausgiebigen Schneefall. Ich kann mich noch gut an den Winter 1986 erinnern, wie die ganze Umgebung im weißen Winterkleid versank. Im vergangenen Winter hatten wir auch in Wien viel Schnee – allerdings nur bis zum 23. Dezember, dann war er weg.