Zur Erklärung: „Affari Tuoi“ ist das italienische Pendant zur international erfolgreichen Spielshow „Deal or No Deal“. Sie läuft – mit Unterbrechung – seit 2003 täglich auf Rai Uno und wurde in der Vergangenheit von Show-Giganten wie Carlo Conti, Amadeus und Paolo Bonolis moderiert.<BR /><BR /> Seit 2023 ist Stefano De Martino der Gastgeber. Vor allem in den Anfangsjahren traten in der Sendung öfters Südtiroler Kandidaten auf. Aktuell liegt die Einschaltquote von „Affari Tuoi“ bei etwa 4.549.000 Zuschauern (Stichtag 24. Juni); es wurden aber auch schon Spitzen von sieben Millionen erreicht.<BR /><BR />Seit einigen Wochen ist Jack Russell Terrier Gennarino fester Bestandteil der Show. Er begeistert das Publikum mit kleinen Sketchen, verbeugt sich, bellt auf Kommando und einiges mehr. Die Auftritte des Vierbeiners haben natürlich schon das Internet erobert und gingen in den sozialen Netzwerken viral.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186467_image" /></div> <BR />Gennarinos ständige Anwesenheit im Studio hat nun eine hitzige Debatte über die Rolle von Tieren in Unterhaltungssendungen ausgelöst. Zu den kritischsten Stimmen gehört jene von Rita Dalla Chiesa, einst selbst Moderatorin und nunmehr stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Forza Italia in der römischen Abgeordnetenkammer sowie Leiterin der Tierschutzabteilung der Partei. <BR /><BR />„Es ist besorgniserregend zu sehen, wie eindeutig dressierte Tiere in öffentlich-rechtlichen Sendungen eingesetzt werden, wie es auf Rai 1 bei ,Affari Tuoi‘ geschieht“, kritisiert sie. „Eine Praxis, die inzwischen überholt ist und kaum mit der wachsenden kulturellen Sensibilität für das Thema Tierschutz in Einklang steht. Dies natürlich, ohne von Misshandlung sprechen zu wollen, aber das Konzept bleibt.“ <BR /><BR />Der Tierschutz in Italien habe sich in den vergangenen Monaten dafür stark gemacht, dass Tiere in Zirkussen und Shows nicht mehr auftreten dürfen. Dalla Chiesa: „Eine lang erwartete Maßnahme, die einen grundlegenden Schritt darstellen würde: die Anerkennung des Tieres als empfindungsfähiges Wesen und nicht als Unterhaltungsinstrument, das wirtschaftlichen Strategien unterworfen ist.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1186470_image" /></div> <BR />Die Macher von „Affari Tuoi“ konterten natürlich. Der neue vierbeinige Publikumsliebling sei ein Profi vor der Kamera. Der Jack Russell Terrier heiße eigentlich Seven – den Künstlernamen Gennarino habe ihm der Neapolitaner De Martino gegeben – und habe bereits genügend Erfahrung im Showgeschäft. <BR /><BR />Seven sei bereits tierischer Hauptdarsteller in Fernsehwerbespots, etwa von Balocco, Ikea, Nike, der italienischen Post und anderen gewesen. Außerdem habe er unter anderem auch eine Rolle in der Kriminalserie „Rocco Schiavone“ (läuft in der ARD als „Der Kommissar und die Alpen“) gehabt. Er habe Lupa dargestellt, den Hund, den Polizeikommissar Rocco Schiavone (gespielt von Marco Giallini) auf der Straße findet und beschließt, zu behalten. <BR /><BR /> Seven ist tatsächlich ein „ausgebildeter Schauspieler“. Als Welpe wurde er im römischen Hundezentrum Indiana Kayowa aufgenommen, das vom renommierten Trainer Massimo Perla geleitet wird. Perla selbst hatte keine Zweifel: „Er kann eine ganze Menge!“, zitierte ihn „Torino Cronaca“. Wenn er nicht vor der Kamera steht, ist Seven alias Gennarino ein ganz normaler Familienhund und lebt bei seinen Frauchen Raffaella und Sveva, Mutter und Tochter, in Rom.