Große Freude bei den Besitzern, aber es bleiben Rätsel: Wo hat Evy in all den Monaten gesteckt, und was hat sie erlebt?<BR /><BR />Drehen wir ein bisschen an den Uhren: Elisabetta Mazzuoli aus Bruneck und ihre Familie hatten schon längere Zeit darüber nachgedacht, einer Katze ein Zuhause zu bieten. Die Corona-Zeit schien der beste Augenblick dafür zu sein. Und so zog die kleine Samtpfote Evy ein. Das damals wenige Monate alte Kätzchen von einem Bauernhof im Ahrntal, ein Geschenk von Elisabettas Freundin, wurde schnell zum Familienmitglied, mehr noch, sie wurde zum Mittelpunkt des Familienlebens. <h3> Schicksalstag: Evy verschwindet spurlos</h3>3 Jahre lang genoss Evy, mittlerweile gechippt und zu einer stattlichen Mieze herangewachsen, ihr Katzenleben bei Elisabetta. Sie war Freigängerin und kam stets zuverlässig nach wenigen Stunden nach Hause zurück. Bis zum 21. Mai 2023. <BR /><BR />„Es war ein Sonntag, als sie das Haus verließ und nicht wiederkam“, schildert Elisabetta. „Wir waren verzweifelt, suchten zunächst in der Umgebung, später brachten wir in fast ganz Bruneck Zettel mit der Suchmeldung an.“ Doch die dreifarbige Katze mit dem besonderen Merkmal – ein dunkler Fleck auf dem Näschen – blieb verschollen. <BR /><BR />„Wir waren zutiefst betrübt, hatten das Gefühl, eine gute Freundin verloren zu haben. Vor allem meine Buben vermissten Evy sehr. Wir fragten uns, was geschehen war: Sie könnte von Fremden weggelockt worden, unbemerkt in ein fremdes Auto eingestiegen sein... Es ist schlimm, nicht über das Schicksal seines Haustiers Bescheid zu wissen.“<BR /><BR />Elisabetta Mazzuoli gab sich nicht geschlagen, suchte und ging jedem Hinweis nach. „Ich erlebte in dieser Zeit eine große Welle der Solidarität. Aber auch die Boshaftigkeit einiger Menschen, die mich manchmal ins Nirgendwo schickten, um erfolglos nach Evy zu suchen“, so die 2-fache Mutter. Monat für Monat verging, schnell war ein Jahr vorbei. Obwohl Evy noch schmerzlich vermisst wurde, beschloss die Familie, noch einmal einer Katze die Chance auf ein eigenes Heim zu geben. So kam im vergangenen Juli Cheryll, eine Mieze, die von ihrem Vorbesitzer in einem Keller zurückgelassen worden war, ins Haus. <BR /><BR />Anfang Dezember vergangenen Jahres kam dann jener Anruf, auf den niemand mehr gehofft hatte. Eine Freundin teilte Elisabetta mit, in Gais – also 8 Kilometer von Bruneck entfernt – sei vor einer Woche ein Kätzchen aufgetaucht, das Evy sehr ähnlich sehe. Das Tier mit dem Fleck auf dem Näschen würde tagsüber von den Angestellten eines Büros versorgt, nachts müsse es allerdings raus, da es bei seinen Streifzügen die Alarmanlage auslösen könnte. <h3> Wiedersehen nach 19 Monaten</h3>Sofort fuhr Elisabetta nach Gais. „Ich betrat das Büro, sah sie im Körbchen liegen und rief sie: Evy. Sie erkannte mich und reagierte sofort“, so das überglückliche Frauchen. Ein Besuch beim Tierarzt, der den Chip ablas, räumte alle Zweifel aus: Es handelte sich um die seit 19 Monaten vermisste Miezekatze aus Bruneck. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1124931_image" /></div> <BR />Wie Evy nach Gais gekommen ist, was sie seither erlebt hat, ist ein Rätsel. „Sie machte einen sehr gepflegten Eindruck, sogar die Krallen waren akkurat geschnitten worden. Sie muss also ein Zuhause gehabt haben, in dem man sich gut um sie gekümmert hat“, meint Elisabetta. Seit über einem Monat ist die Mieze wieder bei Elisabetta und deren Familie. Die Zusammenführung mit Cheryll läuft. Über Weihnachten waren die Katzen sogar mit der Familie im Urlaub. Es lief bestens. Die Katzenbesitzerin ist sich sicher: „Man darf die Hoffnung niemals aufgeben, manchmal geschehen Wunder, und die geliebten Tiere kehren nach Hause zurück. So wie unsere Evy.“<h3> Niemals die Hoffnung aufgeben</h3><b>Kater Aramis ist zurück</b><BR />Der Fall des 9-jährigen Bombay-Katers Aramis hat im vergangenen Dezember die Polizei auf der ostfriesischen Insel Norderney beschäftigt. Urlauber hatten das Tier bei ihrem Inselbesuch für einen Streuner gehalten und ihn mit nach Hause genommen. Bei einem dortigen Tierarztbesuch wurde jedoch ein Chip in der Rassekatze gefunden und ausgelesen. Die Tierarztpraxis informierte den rechtmäßigen Besitzer, der sein Haustier bereits als vermisst gemeldet hatte. Als dieser jedoch die angeblichen Finder kontaktierte, stellten diese „finanzielle Bedingungen für eine Rückgabe“. Der Besitzer stellte daraufhin eine Strafanzeige, die Polizei schritt ein, und Aramis kehrte nach Hause zurück. <BR /><BR /><b>Känguru an Bushaltestelle</b><BR /> Mit einem ausgefallenen Haustier hat es die Polizei Grasellenbach (Hessen) zu tun bekommen: Dort hat eine Autofahrerin ein Känguru an einer Bushaltestelle entdeckt. Das Tier habe seelenruhig und genüsslich Äpfel verspeist. „Weil die Autofahrerin sich sicher war, keine alkoholischen Getränke oder sonstige berauschende Mittel konsumiert zu haben und auch Halluzinationen ausschloss“, habe sie die Exekutive verständigt. Die Ordnungshüter brachten das Känguru in einem Streifenwagen in einen Bergtierpark, wo es die Nacht verbrachte. Am frühen Morgen meldete sich dann eine Frau, die ihr Känguru vermisste. Die Frau wohnte in unmittelbarer Nähe der Bushaltestelle, ihr war das Tier ausgebüxt.<BR /><BR /><b>Kein Happy End</b><BR />Ganze 20 Jahre lang, von 2001 bis 2021, wurde Phoebe, eine flauschige Katze aus England, von ihrer Besitzerin Christine sehnsüchtig vermisst. Als die beiden nach langer Zeit wieder vereint waren, wurde die Freude schnell getrübt. Denn die Tierärzte teilten Christine mit, dass die alte Katzendame einen Gehirntumor habe und eingeschläfert werden müsse. Doch die letzten Tage ihres langen Lebens durfte Phoebe bei ihrem Frauchen verbringen – und dieses schenkte ihr 2 wunderbare Tage voller Zuneigung.<BR /><BR /><b>Pauli auf „Wanderschaft“</b><BR />Es war der Abend des 9. September 2022, als Pauli nahe Kapfenberg (Steiermark) spurlos verschwand. In einem unachtsamen Moment entwischte der einjährige Wohnungskater durch eine Terrassentür, die nicht richtig geschlossen war. Vermisstenanzeigen in den Medien blieben ohne Erfolg, Pauli war wie vom Erdboden verschluckt. 20 Tage später meldete ein Passant in der 140 Kilometer entfernten Wiener Seestadt eine freilaufende Katze bei der Tierrettung. Der ungechippte Kater wurde ins TierQuarTier gebracht, das ein Bild des Tieres auf Facebook veröffentlichte. Die Besitzerin erkannte Pauli wieder und konnte nach 3 langen Wochen ihren Pauli in die Arme schließen. Wie Pauli nach Wien gekommen ist, ist ein Rätsel.<BR /><BR /><b>Entführt und verkauft</b><BR />Noch unglaublicher klingt die Odyssee von Terrier-Mischlingshündin Mishka. Das 3-jährige Tier verschwand in San Diego und wurde 8 Monate später nahe der Stadt Detroit im Bundesstaat Michigan aufgegriffen – mehr als 3770 Kilometer entfernt von seinem Zuhause. Wie die kleine Hündin so weit gereist war, ist ein Mysterium. Die Tierschützer haben eine traurige Vermutung: „Wir glauben, dass Mishka zunächst gestohlen, dann verkauft wurde und so in Michigan gelandet ist.“ Frauchen und Herrchen machten sich sofort auf den Weg, um den Hund abzuholen.<BR /><BR /><b>Vielfliegerin Mittens</b><BR /> Maine-Coon-Katze Mittens wurde unfreiwillig zur Vielfliegerin. Das Tier sollte am 13. Jänner mit ihrer Familie von Christchurch in Neuseeland nach Melbourne in Australien umziehen. Doch das Personal übersah den Käfig im Frachtabteil des Fliegers – und so flog Mittens zurück nach Neuseeland. Nach der Landung flog die Samtpfote dann gleich noch einmal – diesmal wirklich One-Way nach Australien. Immerhin: Der zweite Flug nach Christchurch wurde Mittens quasi auf Business-Class heraufgestuft. Nachdem der Kapitän über Funk von seinem blinden Passagier erfahren hatte, machte er im Frachtraum die Heizung an.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1124934_image" /></div> <BR /><b>Pekinese vs. Alimente</b><BR />Ein begüterter Mailänder hatte 3 Monate lang die Unterhaltszahlung für seine geschiedene Frau eingestellt. Grund der Sparsamkeit: Die Ex hatte sich einen 40 Jahre jüngeren Geliebten zugelegt, mit dem sie in Kürze zu einem Ibiza-Urlaub aufbrechen wollte. Der ehemalige Gatte wollte diesen auf keinen Fall mit seinem Geld unterstützen. Die Frau und ihr jugendlicher Liebhaber machten kurzen Prozess: Sie drangen in die Wohnung des Ex ein – und entführten den Hund des Mannes, einen 3 Jahre alten Pekinesen. Das Gericht machte beide Parteien darauf aufmerksam, dass sie sich nach gültigem Recht beide strafbar gemacht hatten: Die einen wegen Diebstahls und Nötigung, der andere wegen unerlaubten Einstellens der Alimentenzahlung.