Einmal die Welt aus der Perspektive von Ötzi erleben – allein die Idee klingt irrwitzig. <BR /><BR />Vier Gleichgesinnte haben genau dieses Vorhaben Mitte Oktober in die Tat umgesetzt: In Felle und Lederhäute gehüllt, mit Stöcken und Speeren dotiert und mit Steinzeitproviant (Nüsse, getrocknetes Fleisch) in der prähistorischen Rückentrage aus Holz begaben sie sich in stilechten Fellpatschen gerade in jener Gegend auf Spurensuche, wo Ötzi vor 5.300 Jahren seine letzten Stunden verbrachte. „Es handelte sich um die Fortsetzung unseres Steinzeit-Experiments vom vergangenen Jahr, das wir wegen Schlechtwetter nicht beenden konnten“, erklärt Ideator Philipp Schraut. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1236792_image" /></div> <BR /><BR />Bereits im vergangenen Herbst hatte der Survival-Trainer aus Partschins die ausgewiesenen Steinzeit-Fachleute Dennis Moch, Markus Klek und André Georg Schnellmann von Latsch aus den Vinschger Sonnenberg entlang bis ins Schnalstal geführt. Heuer wurde dieses Abenteuer mit der Erkundung des Hochgebirges im Ötztal fortgesetzt. In der ersten Nacht nächtigten sie in einem Steinunterschlupf, der zweite Tag führte sie zu einem Jägerrastplatz in der Nähe der Ortschaft Vent, ehe es auf prähistorischen Pfaden wieder retour ging. Natürlich begutachteten die Unerschrockenen auch die Ötzi-Fundstelle auf 3.210 Meter Seehöhe am Tisenjoch. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1236795_image" /></div> <BR />„Vor allem die Nächte im Ötztal waren eiskalt, umso mehr haben wir uns in unsere wärmenden Felle gehüllt“, sagt Schraut. Derartige Abenteuer unternimmt er nicht bloß zum Selbstzweck, vielmehr gleicht er die Erfahrungen immer mit Studienergebnissen ab. So konnte er etwa beobachten, dass es sehr wohl möglich war, diese Tour ohne Trinkbehälter durchzuziehen. Auf dem Weg habe es reichlich Quellen mit Wasser von ausgezeichneter Qualität gegeben, bei Bedarf habe man auf Steinbockhörner als Trinkgefäß zurückgreifen können. Womöglich habe es Ötzi selbst so gehandhabt. Arg in Mitleidenschaft gezogen wurden dagegen die Fellpatschen, auf den Schneefeldern sogen sie sich recht bald mit Feuchtigkeit voll. Somit musste man zwischendurch eben barfuß laufen. <BR /><BR />Auf ein Hilfsmittel aus dem 21. Jahrhundert wollten die Steinzeitmänner aus Gründen der Sicherheit und zur Dokumentation dann doch nicht verzichten: das Handy. Allerdings hielten sie dieses stets gut in ihren Felltaschen versteckt.