<b>Von Stephan Niederegger</b><BR /><BR />Seit 43 Jahren singt sie im Chor, seit mehr als 20 Jahren ist sie Chorobfrau. Die Kirchenmusik habe es ihr angetan, schwärmt die heute 56-Jährige – weniger die weltliche Chorliteratur. Daher freut sich Marlene Kranebitter auch auf die wöchentlichen Proben, wenn nun das Fest des hl. Florian und das Pfingstfest vorbereitet werden. Sie war auch 16 Jahre lang Klarinettistin bei der Bürgerkapelle Mühlbach. „Aber das geht sich mittlerweile schon rein zeitlich nicht mehr aus“, bedauert sie. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1308123_image" /></div> <BR />Ihr Traumberuf wäre eigentlich bei der Polizei oder als Kommissarin gewesen, sagt sie mit neugierigem Blick und erzählt von den Kultkrimis der 1970er-Jahre. „Die Straßen von San Francisco“ war für sie ein Pflichttermin im Vorabendprogramm von Rai 2. <BR /><BR />Vor zwei Jahren, zum 60. Geburtstag ihres Mannes Christoph, hat sie sich daher den Traum erfüllt, in die hügelige Stadt im Norden Kaliforniens zu reisen – dort, wo einst Karl Malden und Michael Douglas auf Verbrecherjagd gingen. Gemeinsam mit den beiden Kindern Marie Theres und Maximilian und deren Partnern sind sie nach Las Vegas, Los Angeles und San Francisco gefahren: „Die Autofahrten zu sechst im gemieteten Chrysler waren sehr spannend.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1308126_image" /></div> <BR />Bereits zehn Jahre zuvor fuhr die Familie – damals noch zu viert – nach New York. Seit sie 18 war, wollte Marlene Kranebitter immer schon in den berühmten „Big Apple“.<h3> Auf der Suche nach dem Authentischen</h3>Wie auch auf ihren Griechenlandreisen mit ihrem Mann will sie etwas vom Land sehen. Daher buchen sie nur Zimmer mit Frühstück, um unabhängiger und flexibler zu sein und auf örtliche Begebenheiten und tagesabhängige Ideen reagieren zu können. Gerade abseits von großen Hotelketten und üppigen Restaurantangeboten suchen sie das Kleine, das Authentische vor Ort. <BR /><BR /><embed id="dtext86-74550394_listbox" /><BR /><BR />Als Schuldirektorin der Landeshotelfachschule in Bruneck macht sich die 56-Jährige natürlich auch Gedanken über die Zukunft der Gastronomie. Die Gastwirte müssten sich mehr auf die eigenen geschichtlichen und kulinarischen Wurzeln besinnen, um bei den Gästen mit diesen Alleinstellungsmerkmalen zu punkten und „authentisch zu bleiben“, ist sie überzeugt.<BR /><BR />Ganz egal, ob Marlene Kranebitter auf Reisen geht, beruflich unterwegs ist oder den Abend zu Hause verbringt – Bücher sind immer mit dabei. Sie interessiert sich vor allem für historische Romane, Biografien oder Erzählungen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, immer für die Geschichte hinter der Geschichte. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1308129_image" /></div> <BR />Vor Kurzem war sie gefesselt von der „Karlsbad-Trilogie“. Darin erzählt die Autorin Ada Caine anhand der Geschichte eines Zimmermädchens die Entwicklung des Tourismus im bekannten Kurort im Westen Tschechiens. <BR /><BR />Aber auch die zweiteilige Saga über die Firmengeschichte der Haribo-Goldbären ist in ihrem E-Book-Reader zu finden. Hinter dem Pseudonym Katharina von der Lane verbergen sich die beiden Autorinnen Kathrin Polz und Christiane Omasreiter. Letztere ist in Pfunders in der Pusterer Gemeinde Vintl verheiratet und unterrichtet an der Landeshotelfachschule in Bruneck.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1308132_image" /></div> <h3> Seit 25 Jahren bei der Notfallseelsorge</h3>Seit 25 Jahren ist Kranebitter bei der Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes. Dabei kommt ihr das Psychologiestudium zugute. In der Begleitung und Betreuung von Betroffenen bleibe es dennoch immer eine Gratwanderung zwischen notwendiger Nähe und gebührender Distanz, weiß sie aus Erfahrung. Dies richtig einzuschätzen kann man lernen, aber trotzdem könne man sich nie sicher sein, das Richtige zu tun, analysiert sie.<BR /><BR /> Daher müsse das eigene Tun immer wieder reflektiert und in den monatlichen Nachbesprechungen aufgearbeitet werden, erklärt sie weiter. Es habe sie immer schon interessiert, „in der akuten Situation zu helfen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1308135_image" /></div> <BR />Die unternehmungslustige Mittfünfzigerin „zwingt“ sich auch dreimal in der Woche ins Fitnessstudio. Dies sei aber keine sportliche Betätigung, hebt sie hervor, sondern eine „reine physische Altersvorsorge zur Stärkung der Rückenmuskulatur.“ <BR /><BR />Das funktioniere aber nur, weil das Fitnessstudio nicht weit von zu Hause weg ist – und auf dem Rückweg wird frisches Brot fürs Frühstück besorgt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-74550393_listbox" />